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Thema: Spaziergänge mit NLH
Quelle: Rudelstellungen.de
Datum: 01.03.12

karosa
... sind gar nicht so leicht.
1. Spaziergang
Im freien Feld alle Leinen gelöst (inkl. N2-Pointermix) und wollte über die Wiese laufen. NLH nicht, sie lief geradeaus weiter über den Weg. O.k., ich habe mich zu ihr auf den Weg gemacht und bin ihr gefolgt (ich konnte sie nicht überholen, ich war zu langsam), bis sie an einem Feld ankam, das mit Gülle gedüngt war, um ein paar Häppchen zu fressen. Ich bin zu ihr getreten.
Ich habe dann gesagt: "Hier lang gehen wir jetzt", und beim 2. Versuch folgte sie mir dann auch, driftete aber sofort immer weiter nach rechts ab, so dass sie in eine andere Richtung lief als ich.
Als motivierter N3 wollte ich sie nicht alleine lassen und bin wieder hinterher geeilt und blieb dann an ihrer Seite, allerdings gingen wir immer noch in die falsche Richtung. Ich fühlte mich hilflos. Soll ich sie wieder anleinen, wie setze ich mich als N3 durch? Ich korrigierte meinen Weg wieder leicht nach links NLH ging stur geradeaus weiter bis an den Bach, den ich dann etwa 50 m weiter links auch erreichte, wo ich dann auf NLH wartete.
Als sie dann angeflitzt kam, ging es einigermaßen bis in die Nähe vom Auto, wo ich sie dann wegen der vielen Kaninchenbauten vorher anleinte.
Dann kreuzte noch ein Hund unseren Weg, den NLH vor 1 1/2 Jahren
schon mal "zurechtgewiesen" hatte.
V3  und MBH rannten zu dem Hund, V3 tat ihre Arbeit, und ich brachte mich seitlich vor NLH, hielt sie am Geschirr, und sah mit ihr zu den Hunden rüber. Als sie sich dann sofort an mich anlehnte, war das der erste sich gut anfühlende Moment dieses Spaziergangs.
Insgesamt hatte es sich nicht gut angefühlt, wie NLH immer ihre eigenen Wege suchte und ich es kaum schaffte, vor sie zu kommen in meiner Möchtegern-N3-Position.
Wäre es förderlich oder legitim eine Verbindung durch eine Leine zwischen uns zu lassen? Macht es Sinn, so in etwa weiter zu versuchen? Fällt Euch etwas auf, das ich ändern sollte oder versuchen könnte?

kage
Nein, keine Leine, das dauert einfach, stapfe hinter ihr her und ab und zu bleibst Du stehen und sagst ihr, dass Du jetzt ihr N3 bist und sie gefälligst warten soll auf Dich, dann gehst Du einfach wieder vor ihr wenn sie auf Dich gewartet hat und streichst sie ab - gehst weiter und sie wird Dich wieder ignorieren.
Bei den Hundebegegnungen machst du es genauso weiter wie von Dir geschrieben, dass erhöht Deine Position. Aber versuche Dich wirklich breitbeinig vor zu stellen und sage ruhig auch - ich bin jetzt da, ich regele das ganze.
Hinterher kurz fragen, war das gut und abwarten was von ihr kommt.
Ignoriert sie Dich, dann musst Du leider noch eine zeitlang als ignorierter N3 weitermachen, irgendwann kommt von ihr dann schon ganz langsam so ein Feedback nach dem anderen.
Wenn Du merkst es wird leicht besser. Dann bleibst Du einfach auch mal angewurzelt als N3 da stehen, wo Du eigentlich hin willst und rede ruhig mit NLH - da will ich nicht hin - sei so gut und lasse uns bitte in die andere Richtung gehen. Abwarten was dann kommt - ihr seit doch so noch nie miteinander umgegangen und der NLH ist einfach immer so kritisch – auch wenn er plötzlich merkt, die benimmt sich ja endlich korrekt.
Abholen den Hund - überzeugen dass man in eine andere Richtung geht - baue immer im Wechsel zu - ich folge Dir ein.
Schreibe weiter, wie sich das entwickelt. Konnte ja NLH kennen lernen – die ist glasklar in ihrer Stellung und Du wirst Dich anstrengen müssen. Aber Du knackst diese Nuß.
Danach kannst Du spielend mit jeder Stellung anschließend umgehen.

karosa
Schön, dass Du an mich glaubst! Ich werde mich anstrengen, Euch nicht zu enttäuschen!

calua
Auch, wenn es sich, nun ja, ein wenig lustig liest,
was du so beschrieben hast, so ist es sicherlich anstrengend und es klingt nach großem Aufwand und auch Mut deinerseits, diese neue Situation so gut wie nur irgendwie möglich zu leben.
Ich finde, da muß man mal den Hut vor dir ziehen. Du setzt alles dermaßen konsequent um - das finde ich einfach nur grandios. Und NLH wirst du schon überzeugen, da bin ich sicher!
Es muß für sie ja auch seltsam sein, dass du jetzt plötzlich so sehr auf sie eingehst....!
Wirklich schön, mitzuverfolgen!

karosa
Danke für den lieben Zuspruch, das macht mir wirklich Mut!
Sicher braucht es etwas Zeit, bis sich in der Beziehungsebene etwas verändert. Immerhin haben wir 1 1/2 Jahre etwas anders gelebt, unter Leinenkontrolle nämlich. Bin froh, dass ich sie ansonsten als Individuum immer respektvoll behandelt habe, so habe ich nicht so viel kaputt gemacht.
Ich sehe jetzt, dass die Leine für NLH eine Zumutung ist, denn sobald die Flexileine am Ende ausgefahren ist und es einen minikleinen Ruck oder Stop gibt, lässt NLH sich öfters auf die Seite fallen und wälzt sich dann auf dem Rücken.
Ich werde weiter berichten.

kage
kannst Du Dich an die Halteschlaufe erinnern, die ich meinem NLH an das Geschirr gebunden habe, mache das gleiche, weil ins Geschirr greifen ist einfach zu kurz fixiert für die NLHs, die brauchen einfach etwas Luft. Und Deine Beobachtung sie mag keinen fixierten Haltepunkt entspricht dem Wesen dieser Stellung. Sie kann ja wie ein Weltmeister Statuenstehen, versuche das mehr zu aktivieren. Stehen bleiben und sich keinen Millimeter wegbewegen – stehst Du davor bleibt sie auch da wo sie sich selber hingestellt hat.

karosa
Ja, ich meine, die Schlaufe war blau? So etwas kann ich hier auch machen.
Der Hinweis ist toll, und heute Mittag (jetzt gleich) werde ich wieder Gelegenheit zum Üben haben.
Heute Morgen beim Gassi habe ich mich ins Joggen verlegt, um sie nicht mich überholen zu lassen, das hat sie verstanden und gleich wieder abgebremst. Auch solche Kleinigkeiten verbuche ich insgeheim als Erfolg, weil ich merke, wie NLH funktioniert und handelt.
Vielen Dank!

kage
Karosa Du hast einen tollen NLH - sage ihm auch ruhig mal - er soll stopp machen und warten bis Du wieder vor ihm bist.
Stopp und Warten sind die einzigen Kommandos die sie nachvollziehen, weil es aus ihrem Verhalten der Stellung heraus kommt.

karosa
Ja, ich habe es so gemacht, wie Du es gesagt hast, Barbara, dass ich ihr folge und versuche, vor oder neben sie zu kommen, dabei erkläre ich ihr, dass ich versuche, ein guter N3 für sie zu sein. Dann versuche ich auch, sie zu überzeugen, dass ich jetzt hier lang gehen möchte, und als ich heute nicht massiv war, sondern locker, hat sie sich davon überzeuge lassen, sogar ein paar verspielte Hopser gemacht.
Ich habe jetzt allen Hunden Schlaufen an die Geschirre gemacht, das erlaubt ein kurzfristiges Festhalten sowie das Festmachen im Auto, damit V3 und N2 nicht so umher rennen vor Vorfreude. Beim heutigen Gassi war NLH die ganze Zeit frei und hat sich auch auf meine Richtungsvorgabe eingelassen, so wie ich mich auch einmal auf ihre Wünsche.
Jedenfalls hat sie sich einmal auch ohne Leine fallen lassen und auf dem Rücken gewälzt. Es muss nicht Stress, es könnte auch Albernheit gewesen sein.
Heute hat es sich viel besser angefühlt als das erste Mal.

kage
Kurze verspielte Hopser sind ein großes Lob - bedeutet Aufforderung so weiterzumachen. Gleich hinter dem Hopser abstreifen und den Kopf zum Schnäbeln anbieten.
Das wird was mit Euch beiden.

karosa
Da freue ich mich aber! Sie liebt ihre Freiheit sehr, die bei mir sehr kurz kam, weil sie so "heftig" war.
Deine tollen Tipps für den neuen Umgang, Barbara, dafür danke ich Dir sehr!
Sie zeigen so schnelle und gute Wirkung.