Der Verständigungsschlüssel zum Hund für Züchter, Trainer und Hundehalter

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Fragen an Barbara zum nachrangigen Leithund (NLH):


Wie soll mein nachrangiger Leithund, entsprechend seiner Position im Verband, diesen nach hinten absichern, wenn er sich gar nicht nach hinten orientiert?
Wenn er aus seiner Stellung geraten ist, aber man seine Stellung noch erkennen kann, an Abläufen die nur diese bestimmte Stellung mit sich bringt, macht man nichts anderes als den Hund durch einen Verschluss mit seinen passenden Rudelstellungen vor sich laufen zu lassen. Wenn der Hund noch zeigt, dass er weiß in welcher Stellung er geboren wurde, geht er von sich aus in seine Stellung zurück. Im Nachrang dauert es länger als im Vorrang was ich an meinen Beobachtungen seit August erkennen konnte. Wir haben viele stellungsschwache Hunde und da muss man längere Zeit laufen, bis die Tiere sich so langsam wieder besinnen in welcher Stellung sie geboren wurden und sind sie in ihrer Stellung, dann kommen so kleine kurze Sequenzen, dass der Mensch merkt, hier wird wieder Wissen abgespult.


Haben die von dir eingeschätzten nachrangigen Leithunde nach hinten den Verband abgesichert und wenn ja, gegen was oder wen?
Absicherung bedeutet nur Anzeigen wenn der nachrangige Leithund eine Bewegung von
hinten erkennt. Er bleibt einfach stehen und daraufhin den ganzen Verband. Der Halter bewertet das in dem er auch stehen bleibt - alles ok - er geht einfach - oder ausweichen, er führt zusammen mit dem vorrangigen Leithund den Verband aus der Situation, der mittlere Bindehund bleibt so lange stehen bis man aus der Situation ist und reiht sich wieder ein oder alle bleiben stehen, bis die Situation vorbei ist.


Würde also bedeuten, dass ein nachrangiger Leithund, der sich in seinem bisherigen Leben nie nach hinten orientiert hat, das tut sobald er wieder sicher in dieser Stellung laufen kann? Mit anderen Worten der nimmt dann wahr, was hinter ihm passiert?
Man muss sich den Hund ansehen und den ganzen Bestand um sich ein Urteil erlauben zu können, warum ein nachrangiger Leithund nach vorne geraten ist. Ist er nach vorne geraten, weil ein Doppelbesatz im Bestand ist, dann dauert es länger. Hat er seine Stellung verlassen, weil keine Bindehunde vorhanden sind, dann ist es einfacher. Denn man unterbricht mit einem 3. nachrangigen Bindehund und 2. nachrangigen Bindehund einfach nur seinen Reparaturzwang, den jeder Hund besitzt, wenn keine Bindehunde vorhanden sind. Dann geht er wieder zurück in seine Stellung.


Gibt es eine bestimmte "Art", wie wir am Besten an Fremdhunden vorbeilaufen?
Da der nachrangige Leithund von sich aus sich immer defensiv verhält, wenn er mit seinem
lebensnotwendigen 3. nachrangigen Bindehund unterwegs ist, ist ein aktives Vorbeiziehen eher kontraproduktiv. Da ich auch einen nachrangigen Leithund habe und dieser stellungsstark ist, kann ich Dir nur beschreiben wie bei mir Hundebegegnungen ablaufen:
Er bleibt grundsätzlich stehen, schaut den ankommenden Hund an und dann gehe ich einfach als 3. nachrangiger Bindehund vor ihm und stelle mich in Position, bleibe wie mein Hund stehen und so wie der Fremdhund an uns vorbeizieht, gehe ich um meinen Hund herum, so dass der nachrangige Leithund seine Sicherung vor sich hat. Bin ich auf der Längsseite meines Hundes zieht mein Hund von alleine weiter und ich schließe auf.
Übrigens genauso macht es auch ein mittlerer Bindehund der einen kompletten Nachrang führt. Er geht mehre Meter in Richtung Fremdhund stellt sich T-artig zum Fremdhund und der Nachrang läuft weiter. Hier ist nur der Unterschied das der mittlere Bindehund sich einige Meter entfernt und der 3. nachrangige Bindehund sich direkt am nachrangigen Verschlusshund bewegt.


Mein nachrangiger Leithund meldet Außenreize, indem er zur Salzsäule erstarrt. Wie verhalte ich mich am besten?
Man ruft grundsätzlich einen zur Salzsäule erstarrten nachrangigen Leithund nicht zu sich.
Man kann sich 100% darauf verlassen, dass in den folgenden Minuten sich etwas Erkennbares zeigen wird. Der Vorteil: Man kann sich auch als Halter langsam wieder zu seinem Hund zurückbewegen.
Als Mensch geht man ruhig aber bestimmt sofort zu seiner „Salzsäule“ und platziert sich
breitbeinig so, dass man mit dem Rücken zum eigenen Hund steht, und nach einiger Zeit holt man ihn wieder ab, und geht mit ihm weiter.

Fragesteller: Ich bin mir sehr sicher, dass er auch nicht gekommen wäre, wenn ich gerufen hätte
kage: Du weißt es, ich weiß es und trotzdem wird genau solchen Hunden immer wieder aus Unwissenheit genau das versucht ab zu erziehen mit fatalen Folgen, für Menschen und den Hund.


Nur davor sitzen oder stehen und Sicherheit bieten find ich jetzt aber nicht so einfach,warum ist das notwendig?
Der Halter schließt dem nachrangigen Leithund mit seiner Position - die dem des 3.
Bindehundes entspricht - einfach die Möglichkeit aus, aus seiner Rudelstellung nach vorne zu geraten, dass machen alle Hunde über kurz oder lang wenn die Position nicht besetzt ist. Damit vermeidet man das der Hund alle Probleme bekommt, die so ein überschreiten mit sich bringt.
Nach hinten muss man sich um diesen Hund nicht kümmern, da benötigt er keinen Riegel, er ist von der Natur perfekt ausgestattet diese Position auszufüllen. Er bekommt selbst Probleme und macht Probleme wenn er versucht die nächste Stellung mit übernehmen zu wollen, das kann kein nachrangiger Leithund - er hat keinerlei Begabungen dazu.

 


Warum soll ich den nachrangigen Leithund mit ins Bett nehmen?
Er kann anders keine Bindung zu Menschen aufbauen als über Körperkontakt. Es ist genauso - wenn ihm der 3. nachrangige Bindehund fehlt, nur zu ihm ist er in der Lage den körperlich notwendigen Kontakt herzustellen, er versucht zum nächsten aufzuschließen, aber es ist ihm unangenehm.
Er braucht aber einen Körper - er ist in sich selber gefangen.
Aber nicht streicheln, das mögen sie auch nicht. Sie mögen selber einfach passiv sich zu einem Körper legen, der Mensch sollte das nie missverstehen und dann beginnen ihn zu streicheln oder sonst wie an ihm rumzutütteln. Er sucht das alles alleine - man muss es ihm nur zur Verfügung stellen, und als Mensch passiv einfach warten, was er Dir sagt. Ich gehe selbst nach 6 Jahren, heute noch nicht zu meinem Hund hin und streichele ihn, ich warte bis er kommt, sich dicht an mich presst, dann bekommt er was er will. In dem Moment wo er den Druck vom Körper nimmt, höre ich sofort auf.


Einen nachrangigen Leithund mit ins Bett nehmen… gilt das für die Haltung als Einzelhund, oder auch im Verband?
Nur für den nachrangigen Leithund als Einzelhund. Im Rudel hat er doch seinen Sozialpartner, den 3. nachrangigen Bindehund.


Wieso zwitschert der nachrangige Leithund nach hinten ab, wenn hinter ihm plötzlich ein Hund auftaucht? Er müsste doch theoretisch stehen bleiben oder weiterlaufen?
Nein, er haut einfach ab, weil er seine Sicherung nicht zur Verfügung hat. Eckhunde agieren nicht viel, sie haben ihre Hunde dafür. Man sieht sie zum ersten Mal richtig arbeiten, wenn ein Rudel aufgebaut wird, dann nie mehr, wenn alles klappt. Dann werden die Befehle gedanklich weitergegeben und es entstehen Automatismen, die aber immer von Eckhunden kontrolliert werden, sowohl was die Dosis wie auch Start und Ende betrifft.


Heißt das, dass ein NLH nicht zwangsläufig immer ganz hinten laufen will und muss?
Wollen schon - aber wenn seine Vordermannschaft nicht funktioniert, dann versucht er die
einzelnen Hunde anzuleiten, dazu begibt er sich jeweils in die Position, die er anlernen will. Er hört beim 2. nachrangigen Bindehund auf. Funktioniert der mittlere Bindehund nicht, dann gibt es eine gehörige Ansage. Der nachrangige Leithund ist der hintere Eckhund. Eine wichtige Position.
Der darauf achtet dass sein Nachrang funktioniert, hat er keinen, ist er einfach nur eine arme
Socke.


Stellungsstarke Hunde, die auf einen passenden aber stellungsschwachen Hund treffen, sind frustriert. Wie ausgeprägt ist dies bei N3 und NLH?
Gilt für alle Stellungen: Nur bei der Konstellation NLH/N3 oder N3/NLH ist es gravierender. Wenn die Bewertung des Könnens negativ ausfällt, wird überhaupt nicht mit Arbeit angefangen, die anderen Stellungen sind da humaner die lassen wenigstens
die Tiere passiv in Stellung mitlaufen.


Wenn von hinten ein Reiz kommt (Hund steht plötzlich hinter ihm), muss ich ihn allerdings korrigieren, so dass er nicht hingeht, sondern mitkommt. Wie kann man ihn bestärken in seiner Stellung?
Einfach nur breitbeinig vor seinen Kopf stellen Rücken zum Tier und einfach nur sagen: Das regle ich.
Musst es aber auch überzeugend machen, dann begreift der Hund. Nie den nachrangigen Leithund verlassen, immer ist der eigene Körper genau da wo der Außenreiz herkommt, nie Gesicht zum nachrangigen Verschlusshund in so einer Situation.
Wenn man es gut macht, dann streicht man seinen Körper ab und zu mal am eigenen Bein entlang.
Das ist dann Lob für gutes Arbeiten. Streicht man daraufhin mit dem Handrücken von der Backe über das Seitenteil des Hundes, dann hat man auch richtig geantwortet.

Kann es sein, dass mein nachrangiger Leithund „korrekturresistent" ist?
Die Beschreibung korrekturresistent stimmt nur dahingehend, dass dieser Hund nie über dumpfe Kommandos lernt, die für sein Verhalten keinen Sinn ergeben.
Er kommt nicht zu Dir, sondern durch Stopp oder Warten, bleibt er zu Salzsäule stehen, bewegst Du Dich nicht in seine Richtung, um ihn abzuholen und ihn führtechnisch in eine andere Richtung zu bewegen, geht er einfach weiter.
Aber dieser Hund lernt toll nach dem Stopp die neue Richtung vorzugeben, also jetzt rechts oder links. Nur zurückkommen, das ist das Problem. Macht ein stellungsstarker nachrangiger
Leithund nur ungern. Aber ist man sein akzeptierter 3. Nachrangiger Bindehund dann lässt er sich auch mal dazu herab. Ich probiere es nie.
Da ist Partnerschaft angesagt, aber mehr dass man einfach genau so ticken muss, dass er sein Gesicht dabei nicht verliert, dann ist dieser Hund ein Genuss.


Ein sehr eigenständiger Hund, ist das dann ein nachrangiger Leithund?
Nein, eigenständig trifft in einem Verband kein Tier eine Entscheidung. Jeder sichert sich vorher ab.
Der nachrangige Leithund mit dem mittleren Bindehund, genauso der vorrangige Leithund.
Hat er keine Tiere, dann wird sich ein ganz junger nachrangiger Leithund ganz normal dem Menschen zuwenden, erst wenn dieser versagt, wird er zu eigenständigen Entscheidungen gezwungen.
Zielorientiertes Handeln ja, immer das Wohl des Ganzen im Auge.
Jedes Tier ist für sich zu eigenständigen Entscheidungen fähig, aber es ist ein negativer Prozess wenn er sich nicht rückversichert.


Warum kann mein nachrangiger Leithund nicht zusammen mit meinem mittleren Bindehund alleine bleiben? Er jault und zerkratzt die Tür, dabei erreicht er ein Stresslevel, dass nie und nimmer "einfach so" entstehen kann.
Der nachrangige Leithund und der mittlere Bindehund können sich auf Dauer, ohne die passenden Bindehunde, gar nicht ertragen.
In so einem Fall kann es ratsam sein, den beiden Eckhunden jeweils einen geschlossenen Raum zuweist, also separieren. Ist eine Möglichkeit.
Fragesteller ergänzend: Wir haben ihn immer schon im Raum begrenzt und er hat das Verhalten auch schon gezeigt, bevor der mittlere Bindehund da war. Ist es für einen nachrangigen Leithund generell schwieriger allein zu sein? Was braucht er, um alleine bleiben zu können?
kage: Der Witz ist bei dem nachrangigen Leithund, als Einzelhund: Erkennt er den Menschen durch dessen Verhalten ihm gegenüber, in der Position eines 3. nachrangigen Bindehund an, dann bleibt der dieser ohne Probleme auch alleine, wenn der Mensch weggeht. Aber immer alleine sein, ist nichts für ihn. Ich habe in einem ähnlichen Fall vor Wochen einen Erfolg erzielt, indem ich einer Halterin eines 3. nachrangigen Bindehundes empfohlen habe, so einen weichen, dem eigenen Hund in der Größe relativ passenden, Schlafhund mit beizulegen. Der Erfolg war enorm. Aber ja keinen steifen stehenden Hund dazulegen.
Das haben gleich mehrere Halter anschließend ausprobiert und es hilft anscheinend dauerhaft. Man hat mir berichtet diese Schlafhunde helfen auch sehr gut wenn man 2 Tiere hat, und nur zwischen den Hunden eine Stellung im Verband fehlt.


In einem Rudel leben zwei 3. nachrangige Bindehunde zusammen mit einem nachrangigen Leithund. Du hast mir gesagt, dass mein nachrangiger Leithund immer vorne läuft, weil die Position des 3. nachrangigen Bindehundes doppelt besetzt ist, und daher eine Tiefenverknüpfung nicht möglich ist.
Der isolierte 3. nachrangige Bindehund ist aus seiner Stellung raus gegangen, weil die Stellung doppelt besetzt war, und das über eine längere Zeit.
Am besten geht man mit einem fremden nachrangigen Leithund mit dem isolierten Hund spazieren, damit er von alleine wieder in seine Stellung zurückkommt.
Die Stellungsüberschreitungen aller nachrangigen Bindehunde sind nur langfristig wieder rückgängig zu machen, das geht durch Hunde einfach viel wirkungsvoller.
Aber beim 3. nachrangigen Bindehund dauert es. Und das ausschließlich mit einem passenden nachrangigen Leithund.
Da stehen jahrelange Fehlstellungen den Tieren selbst im Weg.
Sich ruhig die Hilfe von anderen Hunden dazu holen, der Mensch tut sich da häufig zu schwer.


Wie "sagt" denn ein nachrangiger Leithund dem 3. vorrangigen Bindehund, dass er da nicht hingehört?
Er brummt wie ein Bär, je nachdem was der 3. vorrangige Bindehund noch aus seiner Stellung kann, versteht er es und damit ist es gegessen. Versteht er es nicht, dann Knurrt er als nächstes, versteht er immer noch nicht, dann treibt er ihn raus, aber beißt nicht. Nur wenn ein 3. vorrangiger Bindehund größenwahnsinnig ist, weil er sich in die Position des 2. vorrangigen Bindehund gebeamt hat und sich das nicht gefallen lässt, dann gibt es eine deutliche Korrektur aber nur ganz kurz.
Aber der Mensch ist ja auch noch da, das heißt knurrt mein nachrangiger Leithund, dann gehe ich als mittlerer Bindehund hin und hole den 3. vorrangigen Bindehund ab. Man muss ja nicht den nachrangigen Leithund mit allem alleine lassen, der Mensch hat diese Unordnung geschaffen, also unterstützt man diesen Hund. Aber nicht zu viel, sonst demoralisiert man ihn.
Fingerspitzengefühl und beobachten, jedes Tier zeigt ganz deutlich, wo der Mensch helfen kann.
Später macht das alles der 3. nachrangige Bindehund, sollte sich der 3. vorrangige Bindehund tatsächlich nochmals dahin bewegen, dann ist dieser Hund einfach erziehungsresistent.


Würde ein stellungsstarker nachrangiger Leithund Begegnungen mit stellungsschwachen 2. nachrangige Bindehund, mittlerer Bindehund, 3. vorrangiger Bindehund und 2. vorrangiger Bindehund zulassen oder würde er auch versuchen, diese Hunde durch knurren auf Distanz zu halten?
Er würde erst mal versuchen denen aus dem Weg zu gehen, also wie eine Salzsäule stehen bleiben und durch Fixierung die Tiere beeinflussen, dass sie sich ihm nicht nähern. Erst wenn keinerlei Verständnis mehr bei den anderen Hunden vorhanden ist, dann sollte man als Halter sich gleich als 3. nachrangiger Bindehund vor seinen stellungsstarken nachrangigen Leithund stellen, weil das geht nie gut aus. Stellungsstarke Leithunde ob Vorrang oder Nachrang sind überhaupt nicht erpicht darauf sich körperlich selbst auseinanderzusetzen. Würde es selbst nie so weit kommen lassen. Das geht immer für die stellungsschwachen Fremdhunde schlecht aus und dann ist der eigene Hund der Böse. Stellungsstarke Hunde egal welcher Stellung, haben grundsätzlich eine sehr hohe Sperre der körperlichen Auseinandersetzung. Machen nur stellungsschwache oder stellungslose Hunde.


Wenn sich ein nachrangiger Leithund und ein 3. nachrangiger Bindehund verknüpft haben und einer der beiden vorzeitig stirbt, ist der andere in der Lage, nochmals eine so tiefe Bindung zu einem neuen Hund einzugehen? Und wenn nicht,wie kommt er dann klar, wenn er z.B. erst 5 Jahre als ist?
Habe noch nicht erlebt, dass es im Anschluss so klappt, dass man es als wieder perfekt einstufen kann. Aber denke eher, es lag an mir, weil ich nicht lange auf die Suche gegangen bin. Denke eher heute, nach den Beobachtungen an den nachrangigen Leithunden die häufig mit unterschiedlichen Hunden im Rudel laufen, die Hunde sind dermaßen wählerisch anschließend, dass es einfach nur schwer ist. Man müsste sie alleine auf die Suche schicken.

Der nachrangige Leithund NLH

Seine Aufgabe im Verband:
Der innerlich sensibelste Hund überhaupt von allen Rudelstellungen.
Er hat das zweite Gesicht, wenn es darum geht was hinter ihm passiert.
Darum muss sich der Mensch nie kümmern. Perfekt von der Natur ausgestattet. Aber ohne Verband oder ohne Mensch kaum überlebensfähig, weil er Null Kompetenz nach vorne hat. Er zeigt die forderndsten und stärksten Verknüpfungssignale. Er bietet es immer wieder an. Ist in ihm so angelegt.
Er ist ein Verschlusshund - der den Verband hinten abschließt. Die optische Separierung ergibt sich aus seinem Wissen, dass er im Notfall immer geopfert werden würde. Also beim Aufeinandertreffen zweier Verbände, würde ihn ein schwacher Verband zurücklassen und er würde getötet, der andere Verband würde den flüchtenden Verband anschließend nicht verfolgen.

Im Alltag:
Sollte man real einen nachrangigen Leithund haben, dann stimmt die Beschreibung korrekturresistent nur dahingehend, dass dieser Hund nie über dumpfe Kommandos lernt, die für sein Verhalten keinen Sinn ergeben.
Er kommt nicht zu Dir, sondern durch Stopp oder Warten, bleibt er wie eine Statue stehen. Bewegt man sich nicht in seine Richtung, um ihn abzuholen und ihn führtechnisch in eine andere Richtung zu bewegen, geht er einfach weiter.
Aber dieser Hund lernt toll nach dem Stopp die neue Richtung vorzugeben, also jetzt rechts oder links. Nur zurückkommen, das ist das Problem. Macht ein nachrangiger Leithund nur ungern. Aber ist man sein akzeptierter 3. nachrangiger Bindehund dann lässt er sich auch mal dazu herab. Da ist Partnerschaft angesagt, aber mehr dass man einfach genau so ticken muss, dass er sein Gesicht dabei nicht verliert, dann ist dieser Hund ein Genuss.
Einen mittleren Bindehund und nachrangigen Leithund nicht ohne mindestens einen nachrangigen Bindehund und einen Mensch zusammen lassen.

Als Einzelhund:
Ist er hervorragend zu halten, wenn man weiß, was er nur braucht um souverän zu sein.
Ruhend in sich selbst, überhaupt kein ängstlicher Hund, wenn ein anderer Hund oder Mensch nur immer schön alles regelt, was von vorne kommt. Er benötigt die längste Zeit, um wirklich eine Sozialbindung mit einem Menschen einzugehen, sieht man als Mensch nur nie.
Als Einzelhund muss er zum Menschen ins Bett sonst vereinsamt er innerlich und ist auch kaum fähig überhaupt eine Bindung einzugehen. Hat man es geschafft - es ist ein Erlebnis, wie unängstlich aber sensibel diese Hunde agieren.
Wenn man ihn nach vorne nicht eingrenzt, neigt er zu sofortigen Übersprungshandlungen wenn er aus seiner Stellung gerät.
Jedem Halter der mal mehrere Hunde halten will und erst mit einem beginnen möchte, kann man nur raten, fang mit einem nachrangigen Leithund an, setz dem die passenden Stellungen davor und der Mensch muss immer nur nach vorne die jeweiligen Hunde schließen.

Mit fehlenden Stellungen:
Er bekommt selbst Probleme und macht Probleme, wenn er versucht die
nächste Stellung mit übernehmen zu wollen. Das kann kein nachrangiger
Leithund - er hat keinerlei Begabungen dafür.

Wenn stellungsstark: Baut sich auf bei Außenreize. Erstarrt zur Statue. Wartet dass der Bindehund auf ihn zukommt.
Wenn stellungsschwach: Ängstlich - geht mehr rückwärts als vorwärts. Also man sieht eher ein rauslaufen aus der Situation.
Für beides gilt: alles langsam und devot. Keine Hektik am Anfang.

Der Mensch als sein 3NBH:
Der nachrangige Leithund zeigt die forderndsten und stärksten Verknüpfungssignale. Bieten es immer wieder an. Ist in ihm so angelegt. Es ist ein Geben und Nehmen. Er lässt einen dafür auch nie im Stich.
Verlässlicher Hund, auf den der Mensch immer hören sollte. Er wittert Gefahr bereits, da hat man noch gut 5 Minuten Zeit vorher zu reagieren.
Er kann entscheiden und wird entscheiden, wenn er keine Hilfe hat. Er braucht die ganze Erfahrung des menschlichen Wollens, damit er im Sinne seines Menschen entscheidet, aber dazu führt man ihn an die Situationen, ohne ihn allein zu lassen, denn sein 3. nachrangiger Bindehund ist der aktive Part, nicht er. Er ist gewohnt dass man sich so um ihn zu kümmern hat, dass er nie alleine in Gefahrensituationen kommen muss. Der Halter schließt dem nachrangigen Leithund mit seiner Position - die dem des 3. nachrangigen Bindehundes entspricht - einfach die Möglichkeit aus, seiner Rudelstellung nach vorne zu geraten. Denn das machen alle Hunde über kurz
oder lang wenn die Position nicht besetzt ist.
Damit vermeide ich, dass der Hund alle Probleme bekommt, die so ein Überschreiten mit sich bringt. Nach hinten muss man sich um diesen Hund nicht kümmern, da benötigt er keinen Riegel, er ist von der Natur perfekt ausgestattet diese Position auszufüllen. Er ist 10 mal besser als jeder Wachhund, der ohne Sinn und Verstand einfach nur alles meldet was sich bewegt.
Wenn ein nachrangiger Leithund meldet, dann ist wirklich Gefahr in Verzug - so lange der nur achtet – besteht keinerlei Gefahr. Dann sieht man plötzlich einen ganz anderen nachrangigen Leithund. Sensibel - sehr wachsam nach hinten - ohne Aggression - sehr aufmerksam - sehr souverän - sehr fürsorglich seinem Halter gegenüber.

Der NLH und der 3NBH:
Bei einer Erstbegegnung mit einem stellungsstarken nachrangigen Leithund geht der andere Hund im weiten Bogen um ihn herum, außer er lässt ihn in seinen Toleranzbereich, dann kann man davon ausgehen, das es ein N3 ist, den er gut findet.
Er geht mit dem 3. nachrangigen Bindehund eine lebenslange Tiefenverknüpfung ein und öffnet dafür dem 3. nachrangigen Bindehund die Tür.
Er wird dem 3. nachrangigen Bindehund seinen Platz zeigen und da bleibt er, wenn man ihn nicht nach vorne raus rennen lässt. Denn darum wird sich der nachrangige Leithund nicht kümmern, ist nicht sein Bereich. Er sorgt nur dafür, dass der Nachrang zusammenbleibt und sich dort keiner bemerkbar macht.

Kommuniziert mit wem?
Kommuniziert mit dem 3. nachrangigen Bindehund bzw. 2. nachrangigen
Bindehund (wenn der 3. nachrangige Bindehund fehlt).
Er kontrolliert den kompletten Nachrang, aber nur wenn der mittlere Bindehund dafür das ok gibt. Gibt seine Entscheidung an den mittleren Bindehund weiter.

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Thema: Stellungsschwacher NLH?
Quelle: Rudelstellungen.de
Datum: 05.03.12

mialour
Obwohl es nur eine Vermutung ist, dass mein Rüde ein NLH ist, lässt es mir keine Ruhe und meine Beobachtungen überschlagen sich.
Aufgrund der Verletzung dauert es ja leider noch etwas, ehe wir einen Workshop besuchen können.
Ich würde gerne einfach mal ein paar Situationen schildern und um eure (vor allem deine, Barbara ) Meinungen dazu fragen.
Im Moment betreibe ich einen Mix aus "N3 sein" und "herkömmlicher Erziehung", einfach weil ich ja nicht sicher bin, ob er tatsächlich ein NLH ist wenn ja, wie stellungsfähig.
Eines kann man ganz klar sagen, er ist kein leichtführiger Hund und aus diesem und anderen Gründen würde ich einfach mal behaupten, dass er schon mal kein Bindehund ist.
Sehr typisch für ihn ist zum einen das Fixieren bei Fremdhunden (und das extrem lange) und das "sich Ausklinken" aus Interaktionen (eher im Haus als draußen).
Er liegt gerne abwechselnd in dunklen Ecken (unter Tischen/hinter dem Sofa etc.) und neben dem Menschen. Er schläft gern im Bett. Er ist nicht gern allein, gar nicht gern. Er möchte im Haus tunlichst von allem anderen Getier in Ruhe gelassen werden. Wird er gestört, zieht er die Lefze und würde notfalls auch abschnappen (aber auch da ist seine Geduldsspanne hoch).
Er steht nicht so auf Sozialgesten (jedenfalls nicht von den Hunden, mit denen er bisher zusammen gelebt hat).
Menschen, die er mag, ist er sehr zugetan und auch verschmust.
Wenn er nicht weiter weiß, macht er den Clown oder verabschiedet sich (oder erst das eine und dann das andere).
Nun zu den Begegnungen draußen.
Ich schildere mal eine Begegnung von gestern.
Situation 1:
Von vorn kommt ein Hund.
Mein Hund legt sich hin und starrt den anderen an; ist keinen Millimeter weiter zu bewegen.
Ich hocke mich zu ihm und schaue mir mit ihm den anderen Hund an.
Dieser kommt näher (verlangsamt aber sein Tempo).
Ich schätze ihn als harmlos ein. Der Hund kommt langsam im Bogen näher und schaut abwechselnd ihn und dann mich an.
Entscheidet sich anschließend vorsichtig von der Seite Kontakt zu meinem Hund aufzunehmen.
Dieser steht nun auf und begrüßt den anderen freundlich.
Nachdem sie sich abgeschnüffelt haben, beginnt der andere Spielstellung zu machen und meiner steigt darauf ein (stellungsschwach?).
Ich trenne ruhig und gehe weiter, alles läuft problemlos.

Situation 2:
Mein Hund schnüffelt und es kommt ein wild kläffender Dackel von hinten angerannt.
Meiner baut sich nur auf und schaut ihn an (kein so deutliches Fixieren wie bei dem anderen Hund zuvor).
Der Dackel kommt bis auf ca. 3m ran und entscheidet sich dann abzudrehen.
Mein Hund dreht sich um und wir gehen weiter.

Situation 3:
Mein Hund riecht etwas, die Rute geht noch höher als sonst schon, der Gang wird aufrechter.
Er erblickt einen Junghund, der mit seinem Halter Ball spielt.
Meiner legt sich hin und fixiert.
Der Junghund kommt sehr unsicher an und weiß nicht, ob er lieber einen Bogen laufen soll.
Entscheidet sich dann doch, zu uns zu kommen.
In dem Moment steht mein Rüde auf und macht sich groß.
Der Junghund überschlägt sich vor Schreck und dreht ab.
Alles ganz ruhig und wir gehen weiter.

Situation 4:
Wir treffen einen Hund, der sofort anfängt zu fiepsen als er uns sieht und versucht einen so großen Bogen wie möglich zu laufen.
Meiner macht nichts, außer aufrecht stehen und schauen (nicht richtig fixieren wie er es tut, wenn er liegt).
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die zwei sich mögen.
Meiner schaut sehr interessiert aber macht keinen Mucks.
Der andere scheint verunsichert und interessiert zugleich. Er geht mit abgewandtem Blick an uns vorbei, um stehen zu bleiben, als er an uns vorbei war.
Mein Hund will zu ihm gehen, der andere scheint verunsichert aber neugierig.
Die Begrüßung fällt überaus freundlich aus und der andere Hund läuft uns ein ganzes Stück hinterher (was er laut Herrchen sonst nie tut). Er hatte Mühe, ihn einzufangen.
Wenn wir diesen Hund wieder sehen, haben beide Probleme, einfach so aneinander vorbei zu laufen, sie scheinen sich anzuziehen wie Magneten.
Unabhängig von den Stellungen würde ich diesen Hund als extrem höflich und angenehm distanziert bezeichnen.
Stellungsmäßig würde ich ihn rein vom Bauchgefühl her definitiv dem Nachrang zuordnen und auch eher kein Eckhund. Er läuft immer entweder hinter oder neben seinem Herrchen.
Entsteht unter zwei oder mehreren Hunden ein "Rennspiel", ist meiner grundsätzlich immer der Gejagte.
Er selbst jagt nie andere Hunde.
Mein Hund ist definitiv absolut kein ängstlicher oder schreckhafter Hund, im Gegenteil.
Auch unter Hunden behauptet er sich- allerdings ohne 'aggressiv' zu werden.
Insgesamt ist er sehr willensstark und auch irgendwie eigenbrötlerisch ohne dabei seine Sozialkompetenz zu verlieren.
Er hat dennoch den Drang zu anderen Hunden zu laufen.
Wenn ich das so beobachte und auch wenn ich es aufschreibe, kommt er mir (wenn er denn überhaupt ein NLH ist) eher stellungsschwach vor.
Was meint ihr?

Zerafina
Zitat von mialour:
„Entscheidet sich dann doch, zu uns zu kommen.
In dem Moment steht mein Rüde auf und macht sich groß.
Der Junghund überschlägt sich vor Schreck und dreht ab."

Würde mich interessieren, ob es auch bei anderen Stellungen vorkommt.

Kage
Ich bin mir nicht sicher - Eckhundeverhalten ja - aber dieses Hinlegen – kann nur stellungsschwaches Verhalten eines Eckhundes sein.
Das ist nicht normales Eckhundeverhalten.

mialour
Ja, ich weiß auch nicht was das ist.
Bisher habe ich es auf das Hütegen geschoben.
Habt ihr das denn auf den Workshops noch nie gesehen??
Ich sehe immer mal wieder Hunde, die das machen.
Er schleicht und wird immer "tiefer", bis er dann schlussendlich liegt.
Oder aber er schmeißt sich hin und starrt.
Beides aber dennoch eher selten.
Am häufigsten ist es so, dass er einfach so stur stehen bleibt und sich nicht vom Fleck rührt.
Eben hatten wir folgende Situation:
Ich bin mit beiden Hunden (angeleint) an einer Kreuzung.
Mein Rüde bleibt plötzlich stehen, als habe er einen Anker an Ort und Stelle geworfen.
Jegliches Weitergehen zwecklos.
Er wird immer größer und schaut den einen Weg entlang, wo ein kleiner Pekinese abrupt stehen bleibt, als ihn der Blick trifft.
Meine Hündin muss ich spätestens ab diesem Punkt in den Gehorsam nehmen, sonst dreht sie am Rad.
Sie also dicht neben mir und (noch) ruhig.
Mein Rüde immer noch wie angewurzelt (aufrecht stehend und hoch konzentriert).
Sie blieben sicherlich 3min genau so stehen- keiner rührte sich, es war eine Spannung in der Luft, so dass ich mich ebenfalls nicht bewegte.
Der Pekinese entschied sich zur Umkehr, doch plötzlich taucht der Halter auf und will den Hund holen läuft also in seine Richtung.
Das trieb den Pekinesen weiter zu uns (nach dem Motto "fein, Herrchen kommt mit!") und meine Hündin tillte aus, als der Hund schon fast bei meinem Rüden angekommen war.
Wäre ich mit ihr allein unterwegs, wäre ich einfach weitergegangen. ging ja aber nicht, weil mein Rüde am Asphalt klebte.
Es entstand ein lustiges "Fang mich Spiel" von Pekinese und Halter, welches
sich mein Rüde seelenruhig anschaute und meine Hündin zur Weißglut trieb.
So kann das also aussehen, wenn ich mit beiden unterwegs bin und er sich nicht hinlegt.

mialour
Hm... also es ist nur eine vage Vermutung von mir aber es ist. auffällig, dass mein Rüde das nur dann macht (mit dem Hinlegen), wenn die Hunde irgendwie in Interaktion mit ihrem Menschen sind.
Vielleicht es aber auch nur Zufall.
Entweder der Mensch ruft seinen Hund ran oder er spielt gar mit ihm, wenn mein Hund ihn entdeckt.
In der Situation mit dem Junghund hatte der Halter auch Ball gespielt (obwohl sein Hund gar nicht mehr so recht wollte).
Wie gesagt, da kann ich mich auch irren aber das würde mir jetzt zu dem Kontext auffallen.
Wenn wir 20 Hunde treffen, dann legt er sich vielleicht bei 2 oder 3 von ihnen hin.
Früher (als er zu mir kam), lag er fast bei jedem Hund und war dann nicht mehr vom Fleck zu bewegen.

kage
Mein Feedback fällt mir schwer, weil ich nicht genau weiß, wie stellungsstark Dein Hund wirklich ist.
Entweder reagiert er so bei Hunden, die er nicht mehr einschätzen kann, weil die Menschen diesen Hund aus seiner Stellung gebracht haben oder aber er selber weiß nicht genug mehr aus der Stellung.
Beides kann möglich sein. Aber ein Verhalten stellungsstarker souveräner Hunde ist das einfach nicht.
Weil um sich zu erkennen zu geben muss man sich als Hund klar positionieren und das geht im Liegen nicht.
Gilt übrigens für alle Stellungen.

Steinchen
Zitat von kage:
Ich bin mir nicht sicher - Eckhundeverhalten ja - aber dieses Hinlegen – kann nur stellungsschwaches Verhalten eines Eckhundes sein.
Das ist nicht normales Eckhundeverhalten.

Als ich mit MBH letzte Woche auf der Wiese die Rottihündin getroffen habe, hat er, als er sie erblicke, sich auch hingelegt. Die Entfernung der Beiden zueinander betrug gute 50 Meter. Er lag eine halbe Ewigkeit um sich dann zu erheben und ihr dann schließlich in Fixierstellung entgegen zu laufen. Bei ihr angekommen, wurde ein kurzes Rennspiel gestartet.
Ich habe das alles auch gefilmt, aber auf Grund der Entfernung sind die Hunde schlecht zu erkennen.
Nun ist MBH nicht stellungsschwach, aber es war auch keine Erstbegegnung.
Kann es sein das hier die Rasse mit reinspielt?

kage
Kann es mir nur erklären, dass der Fremdhund nicht eingeschätzt werden kann, weil er eben nicht eindeutig sich identifiziert mehr.
Warum soll es dem Hund anders gehen wie mir bei den Workshops.
Vielleicht sollte ich mich in Zukunft auch immer hinlegen, wenn ich so gar nichts mehr sehe bei den Hunden. Werde es mal ausprobieren, ob man dann eher was erkennen kann.

***
Quelle: rudelstellungen.de
Thema: NLH erkennen
Datum: 09.01.12 – 30.01.12

Ausgangsfrage:

Woran erkennt man den NLH wenn er als Einzelhund unterwegs ist?
Welche Fragen könnte man einem Hundehalter stellen über das Verhalten seines Hundes, wenn man den Verdacht hat, es könnte ein NLH sein?

kage
Stellungsstark:
Baut sich auf bei Außenreize. Erstarrt zur Statue. Wartet dass der Bindehund auf ihn zukommt.

Stellungsschwach:
Ängstlich - geht mehr rückwärts als vorwärts. Also man sieht eher ein Rauslaufen aus der Situation.

Gemeinsam: alles langsam und devot. Keine Hektik am Anfang.

kristinmitpodi
Auf meinem ersten Workshop wurde 3 Monate alter Nachrang Welpen (also N2, N 3 und NLH) vorgestellt und mit einem MBH (mittelgroßer Straßenhund aus Osteuropa) zusammengebracht.
Die Junghunde kamen erst einmal fröhlich hopsend an.
Der NLH erstarrte jedoch abrupt, als er den MBH sah, und raste dann zu der Menschengruppe. und stellte sich sofort zwischen Beine, Blick auf den MBH, um Schutz zu suchen, der ihm dann auch gewährt wurde.
Kurz vorher war gerade dieses Verhalten als typisch geschildert worden, sowohl das Erstarren als auch die Tatsache, dass der NLH bei seinen Menschen Schutz sucht, wenn er keinen N 3 oder wie in diesem Fall, einen zu jungen und daher nicht vertrauenswürdigen N3, hat und einer unpassenden Stellung wie dem MBH begegnet.

kage
Es ist auch für mich immer total spannend, welche Kraft solche jungen Welpen aus der Stellungsfähigkeit schon bei erwachsenen Hunden ausüben. Man kann sich gut vorstellen, welche Kraft dahinter steht.

kristinmitpodi
So einen Mischlingsrüden gibt es hier. Leider treffe ich ihn selten und das Frauchen rennt immer eilig weiter, lässt ihren Hund hinter sich zurück.
Mein N3 fand ihn toll, wobei sie ja sonst alles anfällt, was ihr fremd ist und unterwegs begegnet.

User27
Schreibt, dass ihm in der Hundeschule gesagt wurde, er solle seinem NLH verbieten, sich direkt hinten an den Haltern anzuhängen, der Hund würde den Halter treiben. Er habe vor ihm zu gehen

JaniN
Ich gehöre auch zu den NLH-Besitzern, die schnell das Weite gesucht haben, wenn ein Hund in Sichtweite war.
Mittlerweile (3 Monate nach Einschätzung durch Barbara) ist mein NLH viel entspannter bei Hundebegegnungen. Er muss sich die anderen Hunde nicht mehr durch Bellen und Schnappen vom Hals halten.
Das Wissen um die Rudelstellungen bedeutet für meinen Hund eine Verbesserung der Lebensqualität, obwohl ich mit Sicherheit noch viele Fehler in den Augen meines Hundes mache;)

kristinmitpodi
Nun muss ich aber sagen, dass ich mit N3 durchaus auch das Weite suche (mit Hund), wenn ich sehe oder weiß, dass der andere seinen Hund nicht bei sich behält. Dies ist also ein Indiz für unverträgliche/ bei Artgenossenbegegnungen schwierige Hunde oder vielleicht auch für ängstliche Hundehalter.

kage
Ja hast Du gut erfaßt.
NLH alleine und N3 alleine sollten grundsätzlich mit viel Fingerspitzengefühl in Punkto Hundebegegnungen geführt werden.
Besser sie aus der Situation führen. Und nur wirklich Hundekontakte zulassen, die dieser Stellung gut tun.

JaniN
Das Weite suchen gilt natürlich für mich gemeinsam mit Hund;) Hatte ich blöd ausgedrückt. Wir haben jetzt seit ca. 3 Monaten nur ausgewählte Hundekontakte und ich merke, NLH geht es dadurch besser.
Erst gestern hatte ich ein tolles Erlebnis auf der letzten Gassirunde. NLH wurde auf einmal langsamer und fing an zu staksen. Ich habe ihn gefragt, was los sei, daraufhin hat er sich hinter mir einsortiert.
Als wir dann um die Kurve bogen, sah ich NLHs "Erzfeind" keine 10 Meter vor uns. Vor 2 Monaten noch wäre mein Hund knurrend stehen geblieben. So habe ich mich einfach nur bedankt bei ihm und wir sind langsam mit einigem Abstand weitergelaufen.
Das sind die Augenblicke, die mich unheimlich stolz auf meinen Hund machen. Trotz vieler Fehler in der Vorgeschichte, gibt es einen Weg zurück zu mehr Ausgeglichenheit.
Ich weiß nicht, ob es typisch für alle NLHs ist, aber mein kleiner NLH dreht sich während des Spaziergangs immer wieder um, bleibt evtl. mal kurz stehen und geht dann weiter.

kage
Ja das ist normal wenn er sich vor Dich begibt. Er macht es bei Menschen ab und zu, wenn er merkt man ist nicht bei ihm in Gedanken. Akzeptiere es, denn man kann als Mensch nicht 100% immer bei seinem Hund sein, aber lasse es auch als Hinweisschild für Dich stehen, dass Du ab und zu wieder in Gedanken bei Deinem Hund bist, auch wenn nichts zu regeln gibt.

fellfreund
Ich frage mich gerade, inwiefern möglicherweise Fremdhundebegegnungen für den N3 entspannter werden, wenn er nun seinen NLH endlich gefunden hat....

kage
Wird selbstverständlich sofort entspannter. Er ist geschützt automatisch
durch die Anwesenheit seines NLH und damit außer jeder Gefahr, angegangen zu werden.

User14
Geht ebenfalls aus dem Weg, wenn er und sein NLH anderen Hunden begegnet. Früher hätte er die Meinung gehabt, Hunde müssten es auch mal aushalten, auf engem Weg an anderen vorbei zu laufen, nun sei es jedoch sehr viel entspannter und der Hund zeige echtes Vertrauen in seine Halter und Zuversicht, dass diese ihn nicht mehr wissentlich in schwierige Situationen bringen.

 karosa
Man denkt sich vielleicht, es kann so schwer nicht sein, einfach mal kurz die Klappe zu halten, aber was das in einem Hund wirklich auslöst, wenn der Hund, den er passieren muss, ihn bedroht bzw. mit Blicken auf Abstand haben will o.ä., und wir ziehen dann direkt an dem anderen Hund vorbei und wundern uns, warum es zu Leinenpöbeleien kommt.
Da wir letztlich so wenig von der Kommunikation verstehen, sollten wir nicht immer so tun, als wüssten wir es besser, sondern akzeptieren, was den Hunden Entspannung bringt.

calua
ich habe das bei uns so beobachtet:
wenn ich einen geraden schmaleren Weg einfach geradeaus laufe,
und ein fremder Hund taucht in der Ferne auf,
dann beobachten meine Hunde mich.
und ich bin davon überzeugt,
dass es sie beunruhigt,
wenn ich so "zielgerichtet geradeaus" auf dem fremden Hund zulaufe.
Dann spannen sie sich mehr und mehr an, je, näher der andere Hund kommt,
wurscht,
ob es ein altbekannter Hundekumpan ist, mit dem sie sich wirklich gut verstehen,
oder ein fremder Hund.
gehe ich in einem kleinen Bogen,
findet diese Verspannung nicht statt.
Dieses direkte aufeinander-zulaufen (weil der Weg es eben nicht anders zulässt)
verunsichert sie sehr.
(ich schlage mich mit den Hunden inzwischen immer ins Gebüsch, Böschung
hoch, Böschung runter, egal. sieht sicher oft aus, als hätte ich einen Knall.)

***
Thema: Spaziergänge mit NLH
Quelle: Rudelstellungen.de
Datum: 01.03.12

karosa
... sind gar nicht so leicht.
1. Spaziergang
Im freien Feld alle Leinen gelöst (inkl. N2-Pointermix) und wollte über die Wiese laufen. NLH nicht, sie lief geradeaus weiter über den Weg. O.k., ich habe mich zu ihr auf den Weg gemacht und bin ihr gefolgt (ich konnte sie nicht überholen, ich war zu langsam), bis sie an einem Feld ankam, das mit Gülle gedüngt war, um ein paar Häppchen zu fressen. Ich bin zu ihr getreten.
Ich habe dann gesagt: "Hier lang gehen wir jetzt", und beim 2. Versuch folgte sie mir dann auch, driftete aber sofort immer weiter nach rechts ab, so dass sie in eine andere Richtung lief als ich.
Als motivierter N3 wollte ich sie nicht alleine lassen und bin wieder hinterher geeilt und blieb dann an ihrer Seite, allerdings gingen wir immer noch in die falsche Richtung. Ich fühlte mich hilflos. Soll ich sie wieder anleinen, wie setze ich mich als N3 durch? Ich korrigierte meinen Weg wieder leicht nach links NLH ging stur geradeaus weiter bis an den Bach, den ich dann etwa 50 m weiter links auch erreichte, wo ich dann auf NLH wartete.
Als sie dann angeflitzt kam, ging es einigermaßen bis in die Nähe vom Auto, wo ich sie dann wegen der vielen Kaninchenbauten vorher anleinte.
Dann kreuzte noch ein Hund unseren Weg, den NLH vor 1 1/2 Jahren
schon mal "zurechtgewiesen" hatte.
V3  und MBH rannten zu dem Hund, V3 tat ihre Arbeit, und ich brachte mich seitlich vor NLH, hielt sie am Geschirr, und sah mit ihr zu den Hunden rüber. Als sie sich dann sofort an mich anlehnte, war das der erste sich gut anfühlende Moment dieses Spaziergangs.
Insgesamt hatte es sich nicht gut angefühlt, wie NLH immer ihre eigenen Wege suchte und ich es kaum schaffte, vor sie zu kommen in meiner Möchtegern-N3-Position.
Wäre es förderlich oder legitim eine Verbindung durch eine Leine zwischen uns zu lassen? Macht es Sinn, so in etwa weiter zu versuchen? Fällt Euch etwas auf, das ich ändern sollte oder versuchen könnte?

kage
Nein, keine Leine, das dauert einfach, stapfe hinter ihr her und ab und zu bleibst Du stehen und sagst ihr, dass Du jetzt ihr N3 bist und sie gefälligst warten soll auf Dich, dann gehst Du einfach wieder vor ihr wenn sie auf Dich gewartet hat und streichst sie ab - gehst weiter und sie wird Dich wieder ignorieren.
Bei den Hundebegegnungen machst du es genauso weiter wie von Dir geschrieben, dass erhöht Deine Position. Aber versuche Dich wirklich breitbeinig vor zu stellen und sage ruhig auch - ich bin jetzt da, ich regele das ganze.
Hinterher kurz fragen, war das gut und abwarten was von ihr kommt.
Ignoriert sie Dich, dann musst Du leider noch eine zeitlang als ignorierter N3 weitermachen, irgendwann kommt von ihr dann schon ganz langsam so ein Feedback nach dem anderen.
Wenn Du merkst es wird leicht besser. Dann bleibst Du einfach auch mal angewurzelt als N3 da stehen, wo Du eigentlich hin willst und rede ruhig mit NLH - da will ich nicht hin - sei so gut und lasse uns bitte in die andere Richtung gehen. Abwarten was dann kommt - ihr seit doch so noch nie miteinander umgegangen und der NLH ist einfach immer so kritisch – auch wenn er plötzlich merkt, die benimmt sich ja endlich korrekt.
Abholen den Hund - überzeugen dass man in eine andere Richtung geht - baue immer im Wechsel zu - ich folge Dir ein.
Schreibe weiter, wie sich das entwickelt. Konnte ja NLH kennen lernen – die ist glasklar in ihrer Stellung und Du wirst Dich anstrengen müssen. Aber Du knackst diese Nuß.
Danach kannst Du spielend mit jeder Stellung anschließend umgehen.

karosa
Schön, dass Du an mich glaubst! Ich werde mich anstrengen, Euch nicht zu enttäuschen!

calua
Auch, wenn es sich, nun ja, ein wenig lustig liest,
was du so beschrieben hast, so ist es sicherlich anstrengend und es klingt nach großem Aufwand und auch Mut deinerseits, diese neue Situation so gut wie nur irgendwie möglich zu leben.
Ich finde, da muß man mal den Hut vor dir ziehen. Du setzt alles dermaßen konsequent um - das finde ich einfach nur grandios. Und NLH wirst du schon überzeugen, da bin ich sicher!
Es muß für sie ja auch seltsam sein, dass du jetzt plötzlich so sehr auf sie eingehst....!
Wirklich schön, mitzuverfolgen!

karosa
Danke für den lieben Zuspruch, das macht mir wirklich Mut!
Sicher braucht es etwas Zeit, bis sich in der Beziehungsebene etwas verändert. Immerhin haben wir 1 1/2 Jahre etwas anders gelebt, unter Leinenkontrolle nämlich. Bin froh, dass ich sie ansonsten als Individuum immer respektvoll behandelt habe, so habe ich nicht so viel kaputt gemacht.
Ich sehe jetzt, dass die Leine für NLH eine Zumutung ist, denn sobald die Flexileine am Ende ausgefahren ist und es einen minikleinen Ruck oder Stop gibt, lässt NLH sich öfters auf die Seite fallen und wälzt sich dann auf dem Rücken.
Ich werde weiter berichten.

kage
kannst Du Dich an die Halteschlaufe erinnern, die ich meinem NLH an das Geschirr gebunden habe, mache das gleiche, weil ins Geschirr greifen ist einfach zu kurz fixiert für die NLHs, die brauchen einfach etwas Luft. Und Deine Beobachtung sie mag keinen fixierten Haltepunkt entspricht dem Wesen dieser Stellung. Sie kann ja wie ein Weltmeister Statuenstehen, versuche das mehr zu aktivieren. Stehen bleiben und sich keinen Millimeter wegbewegen – stehst Du davor bleibt sie auch da wo sie sich selber hingestellt hat.

karosa
Ja, ich meine, die Schlaufe war blau? So etwas kann ich hier auch machen.
Der Hinweis ist toll, und heute Mittag (jetzt gleich) werde ich wieder Gelegenheit zum Üben haben.
Heute Morgen beim Gassi habe ich mich ins Joggen verlegt, um sie nicht mich überholen zu lassen, das hat sie verstanden und gleich wieder abgebremst. Auch solche Kleinigkeiten verbuche ich insgeheim als Erfolg, weil ich merke, wie NLH funktioniert und handelt.
Vielen Dank!

kage
Karosa Du hast einen tollen NLH - sage ihm auch ruhig mal - er soll stopp machen und warten bis Du wieder vor ihm bist.
Stopp und Warten sind die einzigen Kommandos die sie nachvollziehen, weil es aus ihrem Verhalten der Stellung heraus kommt.

karosa
Ja, ich habe es so gemacht, wie Du es gesagt hast, Barbara, dass ich ihr folge und versuche, vor oder neben sie zu kommen, dabei erkläre ich ihr, dass ich versuche, ein guter N3 für sie zu sein. Dann versuche ich auch, sie zu überzeugen, dass ich jetzt hier lang gehen möchte, und als ich heute nicht massiv war, sondern locker, hat sie sich davon überzeuge lassen, sogar ein paar verspielte Hopser gemacht.
Ich habe jetzt allen Hunden Schlaufen an die Geschirre gemacht, das erlaubt ein kurzfristiges Festhalten sowie das Festmachen im Auto, damit V3 und N2 nicht so umher rennen vor Vorfreude. Beim heutigen Gassi war NLH die ganze Zeit frei und hat sich auch auf meine Richtungsvorgabe eingelassen, so wie ich mich auch einmal auf ihre Wünsche.
Jedenfalls hat sie sich einmal auch ohne Leine fallen lassen und auf dem Rücken gewälzt. Es muss nicht Stress, es könnte auch Albernheit gewesen sein.
Heute hat es sich viel besser angefühlt als das erste Mal.

kage
Kurze verspielte Hopser sind ein großes Lob - bedeutet Aufforderung so weiterzumachen. Gleich hinter dem Hopser abstreifen und den Kopf zum Schnäbeln anbieten.
Das wird was mit Euch beiden.

karosa
Da freue ich mich aber! Sie liebt ihre Freiheit sehr, die bei mir sehr kurz kam, weil sie so "heftig" war.
Deine tollen Tipps für den neuen Umgang, Barbara, dafür danke ich Dir sehr!
Sie zeigen so schnelle und gute Wirkung.

***
Thema: Wie halte ich den NLH bei mir?
Quelle:    Rudelstellungen.de
Datum. 29.02.12

karosa
Der Nachrang ist bekanntermaßen mein Problem. Dies hat sich auch beim
Stellungslauf mit der N3-Hündin und den MBH-Wolfshund deutlich gezeigt.
Meine NLH blieb entweder zurück, ging mit N2 quer übers Feld, am Ende
auch straff voran. Das Schnuffeln war ihr wichtiger, der Rest schien ihr egal,
so dass sie auch auf Zuruf nicht angehalten ist, sondern ich musste hinlaufen,
um sie dann anzuleinen, weil wir zurück waren. Dabei zeigte sie Angst vor
Strafe, als hätte sie ein Schuldbewusstsein.
Wie kann ich es schaffen, die NLH bei mir zu behalten oder sollte ich mich
an ihr als Leithund orientieren? Wohl eher nicht, denn sie muss ja dem Rudel
folgen.
Nur wie verhalte ich mich da richtig, um zu erreichen, dass sie näher bei mir
bleibt? Welcher Abstand zum Rudel wäre akzeptabel?

karosa
Ich bezweifle halt, dass das Rudel mit Vorrang auf seinen NLH wartet, der
dickköpfig eigene Dinge im Kopf hat. Der NLH hintendran muss doch
eigentlich sehen, dass er hinter dem Rudel herkommt.

Sheltie
Bei mir schaut´s "hinten" ja genauso aus - N2 mit NLH.
Wenn der NLH zu sehr hinten "abhängt", kommt die schwarze MBH und sagt
mal kurz Bescheid, dass das so echt nicht geht. Vorne weg laufen tut die NLH nie, sie geht immer und überall freiwillig hinten und macht die Nachhut.

karosa
So gehört es sich auch, NLH = hinten. Meine weiß davon nichts.
Wenn wir auf einem Weg laufen und ich biege nach links in die Wiese ab,
geht sie geradeaus weiter. So ist sie. Irgendwann, wenn wir (die 3 Schwarzen
und ich) 50 m weiter gegangen sind, dann kommt sie nach, lässt sich aber lange Zeit. Wenn sie dann kommt, gibt sie richtig Gas.

Angelika
wir sind ja sehr inkomplett. Aber wenn wir wie ein Rudel laufen, was uns
überhaupt nicht immer gelingt, dann läuft NLH direkt hinter mir - und - es wird
auch auf sie gewartet.
Das ist aber der Gradmesser der inneren Kommunikation im Rudel. Klappt die,
darf NLH durchaus etwas Wichtiges begutachten und es geht erst dann weiter.
Ist die Kommunikation schlecht (ich meine auch meine), dann trödelt NLH
ausnehmend gerne und es wartet auch niemand auf sie - na ja, außer mir.

karosa
Gut, ich habe verstanden. Wenn meine NLH also etwas zu prüfen hat, gehe
ich mit, ansonsten bleibe ich wartend stehen und gehe erst weiter, wenn sie
mitkommt. Bisher hatte ich sie ja fast immer an der Leine, da stellte sich das
Problem nicht so, sondern erst jetzt, wo ich sie öfters ohne Leine laufen
lasse.
Das werde ich ausgiebig testen und berichten.

kage
Ich habe Dich ja mit Deinem tollen NLH erlebt. Du solltest ganz schnell
Deinen Film von diesem Hund in den Mülleimer schmeißen und so lange Du
keinen N3 hast, genau diese Position einnehmen, aber dazu gehört, dass Du
NLH genau dass klar und konsequent zu teil werden lässt was dieser Hund
braucht. Einen funktionierenden N3, der auf sie hört und der auch durch
abstreifen immer wieder erfährt, ich bin da. Dein Problem ist wirklich im
Moment, dass Du Dich eigentlich zerteilen müsstest, aber ich würde es
wirklich mal ausprobieren, ob nicht alle mehr wieder mehr zusammen
kommen, wenn Du ganz klar die N3 Funktion übernimmst einschl. der
Einbindung des N2s. Denke MBH schafft es noch V3 zu halten, weil die von
sich aus nicht gerne da vorne so ganz ohne Halt laufen wird. Sie wird von
sich aus sich an den MBH orientieren.
Probiere einfach ganz konsequent N3 Funktionen zu übernehmen. Mal sehen
wie Deine Hunde darauf reagieren.
Aber einem beleidigten NLH sollte man durch viel Abstreif- und
Beachtungsarbeit im Haus wieder auf Kurs bekommen.
Wichtig ist nur, bei Außenreizen NLH immer klar zu machen, durch
Rückversicherung und verbalem richtigen Auftreten. NLH, Außenreize
übernehme ich und hinter gehst Du zu ihr und fragst ob es gut war, sie hört
auf mit der sofortigen Korrektur.
Wobei dieser Hund genau dies gebraucht hatte am Workshop, eine klarere
und bessere Bewertung dieses Hundes hätte kein Mensch zu stande
bekommen.

karosa
Gut, ich werde N3 versuchen zu sein, ihr Wächter.
- Das bedeutet, dass ich bei ihr bleibe und ihr folge?
- Sie abschirme gegen Außenreize?
- Zu welchen Gelegenheiten streife ich sie ab?
Noch etwas, was ich als N3 beachten sollte?

kage
Zitat von karosa:
Gut, ich werde N3 versuchen zu sein, ihr Wächter.
-    Das bedeutet, dass ich bei ihr bleibe und ihr folge?
Du läufst direkt vor NLH und wenn er irgendwo hin geht gehst Du weiterhin vor ihn und wenn er Dir etwas zeigen will, läufst Du neben ihn..

-    Sie abschirme gegen Außenreize?
Ja, bleibst mit ihr Stehen und zusammen bewertet ihr das Gesehene.

-    Zu welchen Gelegenheiten streife ich sie ab?
Jedesmal wenn Du etwas mit ihr zusammen etwas gemacht habt und Du Deine Bewertung Dir von ihr holst - angedeutes Schnäbeln und sie muß zu Dir kommen - Schnäbelt sie,
streichst Du sie ab.

Noch etwas, was ich als N3 beachten sollte?
Ja - immer mal kurz Rückwärts schauen, ob sie etwas von Dir will, weil Du leider sie schlecht sicherlich von hinten lesen kannst, man verliert diese Sensibilität, wenn man noch mit
anderen Stellungen im Besatz läuft. Gelingt dem Menschen eher, wenn er es nur mit der NLH Stellung zu tun hat. Ist alles anstrengend weil Du gleichzeitig natürlich schauen musst, dass die anderen Dir nicht davon laufen.
Leider ein wirklicher Mistjob wenn man als Reparaturbesatz innerhalb eines Bestandes laufen sollte. Keine Ahnung wie Du das schaffst, aber ich kenne Dich, Du findest eine Lösung.

User 23
Was bitte ist denn “SCHNÄBELN“??

karosa
Schnäuzchenküsschen austauchen, zur Not auch in knapp davor abbremsen
und in die Luft küssen.

karosa
Zitat von kage:
Leider ein wirklicher Mistjob wenn man als Reparaturbesatz innerhalb eines
Bestandes laufen sollte. Keine Ahnung wie Du das schaffst, aber ich kenne
Dich, Du findest eine Lösung.
Ich könnte mir lediglich vorstellen, sie nicht stehen zu lassen, sondern mich
an sie zu binden und bei Außenkontakten entsprechend sie abzuschirmen.
Viel mehr fällt mir nicht dazu ein.
Aber ich baue auch darauf, dass ich diesen Job nicht wirklich zur Perfektion
ausbauen muss, sondern dass dies mal ein echter N3 übernehmen kann.

kage
Das sehe ich als schwierige Aufgabe, den muss sich NLH selber raussuchen
und umgekehrt der N3 muss auch zur Arbeit gewillt sein.

karosa
Lass mir doch noch für einen Moment meine Illusion, es könnte auf diesem
wenn auch schwierigen Weg klappen. Ich brauche erst ein paar
Negativerlebnisse, bevor ich es selbst glaube.
Bleiben darf nur derjenige, mit dem NLH arbeiten kann. Dabei hoffe ich
dann auf Dein Urteil bzw. Deine Zustimmung.

***
Thema:• Wie verhalte ich mich als Mensch richtig?
Quelle: Rudelstellungen.de
Datum: 14.01 – 16.01.12

Xavi
Frage:
Wie verhalte ich mich als Mensch bei Hundebegegnungen WÄHREND dem
Hundekontakt und DANACH richtig?
Kann ich währenddessen überhaupt etwas machen?
Irgendwo hier im Chat habe ich mal gelesen, dass sich der N3, wenn es mal
soweit ist, aus dem Kontakt komplett rausnehmen soll- damit der NLH seinen
N3 in Sicherheit weiß.

mialour
Hm.. wird der Hund nicht doch sehr unselbstständig, wenn man alles und
jeden von ihm wegtreibt?
Ich finde das immer schwierig- gerade wenn der Kontakt jetzt nicht sehr
negativ verläuft.

Amira
meine Regel, die ich mir aufgestellt habe: Wenn ich einen Hund fern halten
möchte, dann setze ich das durch mit aller Konsequenz. Oder ich gebe
meiner Hündin die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme, dann sage ich ihr das
frühzeitig, damit auch sie sich darauf einstellen kann. Halbherzigkeiten kann
ich mir bei meiner Hündin nicht leisten, das wäre sehr unfair.

kage
Der 3NBH entschuldigt sich für Fehlverhalten genauso wie umgekehrt.
Wenn man fremde Hunde nicht einschätzen kann, aber Vorrang von
Nachrang unterscheiden kann, sollte man als Mensch grundsätzlich keine 2
Hunde einem NLH zumuten. Geht in meinen Augen gar nicht.
Sogar meinem starken NLH überlasse ich so eine Situation nicht, außer es sind passende
Stellungen.
Durchsetzen als Mensch ist hier gefragt.
Wenn es um die Durchsetzung Verweigerung von Fremdbegegnungen - Mensch gegenüber Hund, kann man es nur erreichen, durch dominantes körperliches Aufbauen und klarer
fixierter Aufforderung. Dabei dem Hund nicht in die Augen schauen sondern
ihn nur ganz kurz zwischen die Ohren fixieren. Richtig gegen die Brust des
Fremdhundes einfach drauflaufen und ihn damit zurückdrängen. Versteht jeder Hund.
 
Xavi
Vielen Dank! =)
Wie genau entschuldige ich mich?
Abstreichen? Schnäbeln? Oder wie?
Gerade das mit dem Fixieren ist ein guter Tipp.

kage
Nicht zu lange den Fremdhund fixieren, sonst bewertet der eigene Hund es so, dass Du den
Fremdhund nicht im Griff hast.
Kurzes Fixieren und dann immer wieder den Blick unterbrechen, aber den Hund nicht aus dem Auge lassen.

***
Thema: Richtungswechsel-Führung
Quelle: Rudelstellungen
Datum: 26.01. – 27.01.12

JaniN
Mir ist aufgefallen, dass mich NLH immer häufiger fixiert und die Richtung
bestimmen will.
Hund läuft im Abstand von 1-5 Metern hinter mir und geht seiner
Lieblingsbeschäftigung dem Schnüffeln nach.
An Weggabelungen entscheide ich mich für eine Richtung, die ich ihm auch
ansage. Was macht er?
Er steht einfach nur da und fixiert mich.
Wenn ich auf ihn zugehe, geht er langsam in die von ihm gewünschte Richtung,
sobald ich ihn erreicht habe.
Wenn ich mich hinhocke, kommt er auf mich zu um dann mit mir in die von ihm
gewünscht Richtung zu gehen.
Gestern ist er sogar alleine losgerannt, als ich ebenfalls einfach nur stehen
geblieben bin, nachdem er mich fixiert hat. (Abstand ca. 7-10 Meter). Er hat sich
nicht mal umgedreht während des Laufens. Normalerweise dreht er sich immer
um, um zu schauen ob ich noch da bin, wenn er mal vor mir läuft. Bisher blieb er
immer in einem 10-Meter Radius um mich herum.
Lässt sich diese Verhalten aus den Rudelstellungen erklären (sprich, dass ich etwas
falsch mache) oder liegt es einfach daran, dass im Moment viele Hündinnen läufig
sind und die einfach interessanter sind? Oder muss ich meine Hund einfach besser
erziehen;)

kage
Ist normales NLH Verhalten. Er merkt wohl, dass Du ihn langsam begreifst.
Ich mache es grundsätzlich so, dass auf dem Spaziergang einmal ich die
Richtung vorgebe und auch es dann ihm klarmache und durchsetze, wenn er
woanders hin will und einmal kann mein Hund es tun, dann komme wieder
ich dran. Ist er dran und ich sehe irgendetwas was dem Wunsch meines
Hundes entgegen spricht, dann sage ich es ihm warum wir doch meine
Richtung jetzt wählen müssen.
Probiere es mal - müßte bei Euch beiden bereits gut klappen.

JaniN
Barbara, danke für die Antwort. Diese Einschätzung hatte ich nicht erwartet.
So wie du es beschreibst, ist das Verhalten positiv zu bewerten? Ich hatte auf
diesem Spaziergang einen unerzogenen, rotzfrechen Hund gesehen.
(zumindest in der beschriebenen Situation)
Von dem Bild, dass mein Hund jederzeit freudig angerannt kommt, wenn
man ihn ruft, habe ich mich schon lange verabschiedet. An einen Hund, der
mit mir die Gassistrecke diskutiert, werde ich mich wohl gewöhnen müssen.
Insgeheim habe ich die Befürchtung, dass NLH größenwahnsinnig wird.
Allerdings liegt es wohl an mir, da die richtige Balance zu finden, damit die
Waage nicht kippt.
Wir bleiben dran.

Sanne
Barbara, da hätte ich mal ne Frage dazu:
Wenn ein ganzes Rudel unterwegs ist, wer entscheidet dann wo man langgeht
bzw. welche Hunde sind an der Entscheidungsfindung beteiligt?
Wenn ich nur Vorrang inkl. MBH habe, wer entscheidet dann?
Und wenn es nur Nachrang inkl. MBH ist?
Und wenn es nur Nachrang ohne MBH ist?
kage
Wenn ein ganzes Rudel unterwegs ist, wer entscheidet dann wo man langgeht
bzw. welche Hunde sind an der Entscheidungsfindung beteiligt?
Wenn ich nur Vorrang inkl. MBH habe, wer entscheidet dann?
MBH

Und wenn es nur Nachrang inkl. MBH ist?
MBH unter Absprache mit NLH

Und wenn es nur Nachrang ohne MBH ist?
NLH

Sanne
Super vielen Dank, sehr interessant!

kage
Ja das ist ganz wichtig bei Eckhunden. Hier leben zwei starke
Persönlichkeiten zusammen oder es geht in die Hose.
Geben und nehmen auf beiden Seiten. Achtung und Respekt voreinander.
Kann nie eine Einbahnstraße sein mit einem Eckhund zu leben.

***
Thema: Tiefenverknüpfung
Quelle: Rudelstellungen.de
Datum: 21.01. – 25.01.12

Xavi
Hallo,
bis zu welchem Alter kann denn ein NLH eine Tiefenverknüpfung mit einem N3
eingehen?
Würde auch einem älteren NLH ein N3 noch nutzen- selbst wenn es nicht (mehr)
zu dieser Verknüpfung kommen sollte?
Sollen NLH und N3 ungefähr im gleichen Alter sein?

User28
Fragt, wie er seine neu zusammengeführten Kleinhunde N3 und NLH unterstützen kann, damit sie die Zusammenarbeit aufnehmen.

karosa
Um die Beiden zusammen arbeiten zu lassen, würde ich alle Aktionen, in
denen der N3 sich für den NLH stark macht (als Wächter), unterstützen, das
heißt wenn N3 bellt oder nach vorne geht um Aufzupassen, im Rahmen des
Möglichen natürlich.
Ich weiß nicht, inwieweit Du die beiden zarten Hunde draußen mit fremden
Hunden agieren lassen kannst, ohne sie zu gefährden, weil sie schon arg zart
sind.

kage
Tiefenverknüpfung ist ein natürlicher Prozess. Abwarten und einfach die
Tiere machen lassen. Distanz genauso zulassen wie Nähe.
Beim Füttern NLH zuerst den Napf hinstellen und dann 3NBH. NLH zuerst
abstreichen und dann N3. Wichtig erhöhe Deine Stellung als Mensch nicht
beim 3NBH. Umso mehr Du ihn ignorierst um so weniger nimmt sie Dich als
ihren NLH und fängt an mit NLH zu arbeiten.
Der Mensch fordert nichts vom 3NBH aber der NLH. Ist so wie wenn Du
einem Kind immer die Brote schmierst wenn es Hunger hat. Das Kind wird
nur von sich aus lernen wollen Brote selber zu schmieren, wenn es Hunger
hat.
Hoffe mein Beispiel hinkt nicht zu sehr und macht Dir trotzdem klar was ich
damit sagen will.

Xavi
Barbara, kannst du vlt nochmal was zum Alter von NLH und N3 sagen?

kage
Mein eigener NLH ist 7 und ein guter N3 ist für ihn immer noch attraktiv genug, mit ihm
die Arbeit aufzunehmen. Gerade wenn die NLHs über lange Jahre
niemanden mehr hatten, merke ich doch noch ein Bedarf. Ob es zu einer
Tiefenverknüpfung nochmals kommt kann ich nicht sagen. Aber Hauptsache
der NLH fängt mit dem Arbeiten an.

User12
Fragt, ob die Welpen N3 und NLH im optimalen Fall aus einem Wurf sein müssen, oder ob auch verschiedene Rassen möglich sind, da er als Jäger einen Jagdhund halten möchte. Überlegung ist, NLH aus wenig jagdmotivierter Rasse zu wählen.

kage
Natürlich geht es auch mit unterschiedlichen Rassen.
Am besten im jeweiligen Wurf fehlt die andere Stellung.
Wenn nicht, dann musst Du schauen, dass die Hunde nicht so lange im Wurf
bleiben als normal, um so eher sie raus kommen um so besser für den neuen
Besatz.
Deine Überlegungen ist absolut richtig:
Dann nehme den N3 aus der Jagdrasse und den NLH aus der Wunschrasse.
NLHs sind faule Gesellen bei der Jagd.
Die Jagd mit Dir musst Du erarbeiten wie auch früher, nur überlege immer
was der Hund sowieso aus seiner Stellung her kann, dann musst Du es nur auf
Dich umlenken.
Du selber führst dann die beiden als N2 mit MBH Kompetenz.

***
Fragen an Barbara zum nachrangigen Leithund (NLH) Teil 1:


Wie soll mein nachrangiger Leithund, entsprechend seiner Position im Verband,
diesen nach hinten absichern, wenn er sich gar nicht nach hinten orientiert?
Wenn er aus seiner Stellung geraten ist, aber man seine Stellung noch erkennen kann, an Abläufen die nur diese bestimmte Stellung mit sich bringt, macht man nichts anderes als den Hund durch einen Verschluss mit seinen passenden Rudelstellungen vor sich laufen zu lassen. Wenn der Hund noch zeigt, dass er weiß in welcher Stellung er geboren wurde, geht er von sich aus in seine Stellung zurück. Im Nachrang dauert es länger als im Vorrang was ich an meinen Beobachtungen seit August erkennen konnte. Wir haben viele stellungsschwache Hunde und da muss man längere Zeit laufen, bis die Tiere sich so langsam wieder besinnen in welcher Stellung sie geboren wurden und sind sie in ihrer Stellung, dann kommen so kleine kurze Sequenzen, dass der Mensch merkt, hier wird wieder Wissen abgespult.
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Haben die von dir eingeschätzten nachrangigen Leithunde nach hinten den
Verband abgesichert und wenn ja, gegen was oder wen?
Absicherung bedeutet nur Anzeigen wenn der nachrangige Leithund eine Bewegung von
hinten erkennt. Er bleibt einfach stehen und daraufhin den ganzen Verband. Der Halter bewertet das in dem er auch stehen bleibt - alles ok - er geht einfach - oder ausweichen, er führt zusammen mit dem vorrangigen Leithund den Verband aus der Situation, der mittlere Bindehund bleibt so lange stehen bis man aus der Situation ist und reiht sich wieder ein oder alle bleiben stehen, bis die Situation vorbei ist.
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Würde also bedeuten, dass ein nachrangiger Leithund, der sich in seinem
bisherigen Leben nie nach hinten orientiert hat, das tut sobald er wieder sicher in dieser Stellung laufen kann? Mit anderen Worten der nimmt dann wahr, was hinter ihm
passiert?
Man muss sich den Hund ansehen und den ganzen Bestand um sich ein Urteil erlauben zu können, warum ein nachrangiger Leithund nach vorne geraten ist. Ist er nach vorne geraten, weil ein Doppelbesatz im Bestand ist, dann dauert es länger. Hat er seine Stellung verlassen, weil keine Bindehunde vorhanden sind, dann ist es einfacher. Denn man unterbricht mit einem 3. nachrangigen Bindehund und 2. nachrangigen Bindehund einfach nur seinen Reparaturzwang, den jeder Hund besitzt, wenn keine Bindehunde vorhanden sind. Dann geht er wieder zurück in seine Stellung.
********************************************************************************

Gibt es eine bestimmte "Art", wie wir am Besten an Fremdhunden vorbeilaufen?
Da der nachrangige Leithund von sich aus sich immer defensiv verhält, wenn er mit seinem
lebensnotwendigen 3. nachrangigen Bindehund unterwegs ist, ist ein aktives Vorbeiziehen eher kontraproduktiv. Da ich auch einen nachrangigen Leithund habe und dieser stellungsstark ist, kann ich Dir nur beschreiben wie bei mir Hundebegegnungen ablaufen:
Er bleibt grundsätzlich stehen, schaut den ankommenden Hund an und dann gehe ich einfach als 3. nachrangiger Bindehund vor ihm und stelle mich in Position, bleibe wie mein Hund stehen und so wie der Fremdhund an uns vorbeizieht, gehe ich um meinen Hund herum, so dass der nachrangige Leithund seine Sicherung vor sich hat. Bin ich auf der Längsseite meines Hundes zieht mein Hund von alleine weiter und ich schließe auf.
Übrigens genauso macht es auch ein mittlerer Bindehund der einen kompletten Nachrang führt. Er geht mehre Meter in Richtung Fremdhund stellt sich T-artig zum Fremdhund und der Nachrang läuft weiter. Hier ist nur der Unterschied das der mittlere Bindehund sich einige Meter entfernt und der 3. nachrangige Bindehund sich direkt am nachrangigen Verschlusshund bewegt.
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Mein nachrangiger Leithund meldet Außenreize, indem er zur Salzsäule erstarrt.
Wie verhalte ich mich am besten?
Man ruft grundsätzlich einen zur Salzsäule erstarrten nachrangigen Leithund nicht zu sich.
Man kann sich 100% darauf verlassen, dass in den folgenden Minuten sich etwas Erkennbares zeigen wird. Der Vorteil: Man kann sich auch als Halter langsam wieder zu seinem Hund zurückbewegen.
Als Mensch geht man ruhig aber bestimmt sofort zu seiner „Salzsäule“ und platziert sich
breitbeinig so, dass man mit dem Rücken zum eigenen Hund steht, und nach einiger Zeit holt man ihn wieder ab, und geht mit ihm weiter.

Ich bin mir sehr sicher, dass er auch nicht gekommen wäre, wenn ich gerufen hätte
Du weißt es, ich weiß es und trotzdem wird genau solchen Hunden immer wieder aus Unwissenheit genau das versucht ab zu erziehen mit fatalen Folgen, für Menschen und den Hund.
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Nur davor sitzen oder stehen und Sicherheit bieten find ich jetzt aber nicht so einfach,
warum ist das notwendig?
Der Halter schließt dem nachrangigen Leithund mit seiner Position - die dem des 3.
Bindehundes entspricht - einfach die Möglichkeit aus, aus seiner Rudelstellung nach vorne zu geraten, dass machen alle Hunde über kurz oder lang wenn die Position nicht besetzt ist. Damit vermeidet man das der Hund alle Probleme bekommt, die so ein überschreiten mit sich bringt.
Nach hinten muss man sich um diesen Hund nicht kümmern, da benötigt er keinen Riegel, er ist von der Natur perfekt ausgestattet diese Position auszufüllen. Er bekommt selbst Probleme und macht Probleme wenn er versucht die nächste Stellung mit übernehmen zu wollen, das kann kein nachrangiger Leithund - er hat keinerlei Begabungen dazu.
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Warum soll ich den nachrangigen Leithund mit ins Bett nehmen?
Er kann anders keine Bindung zu Menschen aufbauen als über Körperkontakt. Es ist genauso - wenn ihm der 3. nachrangige Bindehund fehlt, nur zu ihm ist er in der Lage den körperlich notwendigen Kontakt herzustellen, er versucht zum nächsten aufzuschließen, aber es ist ihm unangenehm.
Er braucht aber einen Körper - er ist in sich selber gefangen.
Aber nicht streicheln, das mögen sie auch nicht. Sie mögen selber einfach passiv sich zu einem Körper legen, der Mensch sollte das nie missverstehen und dann beginnen ihn zu streicheln oder sonst wie an ihm rumzutütteln. Er sucht das alles alleine - man muss es ihm nur zur Verfügung stellen, und als Mensch passiv einfach warten, was er Dir sagt. Ich gehe selbst nach 6 Jahren, heute noch nicht zu meinem Hund hin und streichele ihn, ich warte bis er kommt, sich dicht an mich presst, dann bekommt er was er will. In dem Moment wo er den Druck vom Körper nimmt, höre ich sofort auf.
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Einen nachrangigen Leithund mit ins Bett nehmen… gilt das für die Haltung als
Einzelhund, oder auch im Verband?
Nur für den nachrangigen Leithund als Einzelhund. Im Rudel hat er doch seinen Sozialpartner, den 3. nachrangigen Bindehund.
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Wieso zwitschert der nachrangige Leithund nach hinten ab, wenn hinter ihm
plötzlich ein Hund auftaucht? Er müsste doch theoretisch stehen bleiben oder
weiterlaufen?
Nein, er haut einfach ab, weil er seine Sicherung nicht zur Verfügung hat. Eckhunde agieren nicht viel, sie haben ihre Hunde dafür. Man sieht sie zum ersten Mal richtig arbeiten, wenn ein Rudel aufgebaut wird, dann nie mehr, wenn alles klappt. Dann werden die Befehle gedanklich weitergegeben und es entstehen Automatismen, die aber immer von Eckhunden kontrolliert werden, sowohl was die Dosis wie auch Start und Ende betrifft.
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Heißt das, dass ein NLH nicht zwangsläufig immer ganz hinten laufen will und muss?
Wollen schon - aber wenn seine Vordermannschaft nicht funktioniert, dann versucht er die
einzelnen Hunde anzuleiten, dazu begibt er sich jeweils in die Position, die er anlernen will. Er hört beim 2. nachrangigen Bindehund auf. Funktioniert der mittlere Bindehund nicht, dann gibt es eine gehörige Ansage. Der nachrangige Leithund ist der hintere Eckhund. Eine wichtige Position.
Der darauf achtet dass sein Nachrang funktioniert, hat er keinen, ist er einfach nur eine arme
Socke.
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Stellungsstarke Hunde, die auf einen passenden aber stellungsschwachen Hund treffen, sind frustriert. Wie ausgeprägt ist dies bei N3 und NLH?
Gilt für alle Stellungen: Nur bei der Konstellation NLH/N3 oder N3/NLH ist es gravierender. Wenn die Bewertung des Könnens negativ ausfällt, wird überhaupt nicht mit Arbeit angefangen, die anderen Stellungen sind da humaner die lassen wenigstens
die Tiere passiv in Stellung mitlaufen.

Fragen an Barbara zum nachrangigen Leithund (NLH) Teil 2:


Wenn von hinten ein Reiz kommt (Hund steht plötzlich hinter ihm), muss ich ihn
allerdings korrigieren, so dass er nicht hingeht, sondern mitkommt. Wie kann man ihn
bestärken in seiner Stellung?
Einfach nur breitbeinig vor seinen Kopf stellen Rücken zum Tier und einfach nur sagen:
Das regle ich.
Musst es aber auch überzeugend machen, dann begreift der Hund. Nie den nachrangigen Leithund verlassen, immer ist der eigene Körper genau da wo der Außenreiz herkommt, nie Gesicht zum nachrangigen Verschlusshund in so einer Situation.
Wenn man es gut macht, dann streicht man seinen Körper ab und zu mal am eigenen Bein entlang.
Das ist dann Lob für gutes Arbeiten. Streicht man daraufhin mit dem Handrücken von der Backe über das Seitenteil des Hundes, dann hat man auch richtig geantwortet.
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Kann es sein, dass mein nachrangiger Leithund „korrekturresistent" ist?
Die Beschreibung korrekturresistent stimmt nur dahingehend, dass dieser Hund nie über dumpfe Kommandos lernt, die für sein Verhalten keinen Sinn ergeben.
Er kommt nicht zu Dir, sondern durch Stopp oder Warten, bleibt er zu Salzsäule stehen, bewegst Du Dich nicht in seine Richtung, um ihn abzuholen und ihn führtechnisch in eine andere Richtung zu bewegen, geht er einfach weiter.
Aber dieser Hund lernt toll nach dem Stopp die neue Richtung vorzugeben, also jetzt rechts oder links. Nur zurückkommen, das ist das Problem. Macht ein stellungsstarker nachrangiger
Leithund nur ungern. Aber ist man sein akzeptierter 3. Nachrangiger Bindehund dann lässt er sich auch mal dazu herab. Ich probiere es nie.
Da ist Partnerschaft angesagt, aber mehr dass man einfach genau so ticken muss, dass er sein Gesicht dabei nicht verliert, dann ist dieser Hund ein Genuss.
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Ein sehr eigenständiger Hund, ist das dann ein nachrangiger Leithund?
Nein, eigenständig trifft in einem Verband kein Tier eine Entscheidung. Jeder sichert sich vorher ab.
Der nachrangige Leithund mit dem mittleren Bindehund, genauso der vorrangige Leithund.
Hat er keine Tiere, dann wird sich ein ganz junger nachrangiger Leithund ganz normal dem
Menschen zuwenden, erst wenn dieser versagt, wird er zu eigenständigen Entscheidungen
gezwungen.
Zielorientiertes Handeln ja, immer das Wohl des Ganzen im Auge.
Jedes Tier ist für sich zu eigenständigen Entscheidungen fähig, aber es ist ein negativer Prozess wenn er sich nicht rückversichert.
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Warum kann mein nachrangiger Leithund nicht zusammen mit meinem mittleren
Bindehund alleine bleiben? Er jault und zerkratzt die Tür, dabei erreicht er ein
Stresslevel, dass nie und nimmer "einfach so" entstehen kann.
Der nachrangige Leithund und der mittlere Bindehund können sich auf Dauer, ohne die
passenden Bindehunde, gar nicht ertragen.
In so einem Fall kann es ratsam sein, den beiden Eckhunden jeweils einen geschlossenen Raum zuweist, also separieren. Ist eine Möglichkeit.
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Wir haben ihn immer schon im Raum begrenzt und er hat das Verhalten auch schon gezeigt, bevor der mittlere Bindehund da war. Ist es für einen nachrangigen Leithund generell schwieriger allein zu sein? Was braucht er, um alleine bleiben zu können?
Der Witz ist bei dem nachrangigen Leithund, als Einzelhund: Erkennt er den Menschen
durch dessen Verhalten ihm gegenüber, in der Position eines 3. nachrangigen Bindehund an, dann bleibt der dieser ohne Probleme auch alleine, wenn der Mensch weggeht. Aber immer alleine sein, ist nichts für ihn. Ich habe in einem ähnlichen Fall vor Wochen einen Erfolg erzielt, indem ich einer Halterin eines 3. nachrangigen Bindehundes empfohlen habe, so einen weichen, dem eigenen Hund in der Größe relativ passenden, Schlafhund mit beizulegen. Der Erfolg war enorm. Aber ja keinen steifen stehenden Hund dazulegen.
Das haben gleich mehrere Halter anschließend ausprobiert und es hilft anscheinend dauerhaft. Man hat mir berichtet diese Schlafhunde helfen auch sehr gut wenn man 2 Tiere hat, und nur zwischen den Hunden eine Stellung im Verband fehlt.
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In einem Rudel leben zwei 3. nachrangige Bindehunde zusammen mit einem
nachrangigen Leithund. Du hast mir gesagt, dass mein nachrangiger Leithund immer vorne läuft, weil die Position des 3. nachrangigen Bindehundes doppelt besetzt ist, und daher eine Tiefenverknüpfung nicht möglich ist.
Der isolierte 3. nachrangige Bindehund ist aus seiner Stellung raus gegangen, weil die Stellung doppelt besetzt war, und das über eine längere Zeit.
Am besten geht man mit einem fremden nachrangigen Leithund mit dem isolierten Hund
spazieren, damit er von alleine wieder in seine Stellung zurückkommt.
Die Stellungsüberschreitungen aller nachrangigen Bindehunde sind nur langfristig wieder
rückgängig zu machen, das geht durch Hunde einfach viel wirkungsvoller.
Aber beim 3. nachrangigen Bindehund dauert es. Und das ausschließlich mit einem passenden nachrangigen Leithund.
Da stehen jahrelange Fehlstellungen den Tieren selbst im Weg.
Sich ruhig die Hilfe von anderen Hunden dazu holen, der Mensch tut sich da häufig zu schwer.
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Wie "sagt" denn ein nachrangiger Leithund dem 3. vorrangigen Bindehund, dass
er da nicht hingehört?
Er brummt wie ein Bär, je nachdem was der 3. vorrangige Bindehund noch aus seiner Stellung kann, versteht er es und damit ist es gegessen. Versteht er es nicht, dann Knurrt er als nächstes, versteht er immer noch nicht, dann treibt er ihn raus, aber beißt nicht. Nur wenn ein 3. vorrangiger Bindehund größenwahnsinnig ist, weil er sich in die Position des 2. vorrangigen Bindehund gebeamt hat und sich das nicht gefallen lässt, dann gibt es eine deutliche Korrektur aber nur ganz kurz.
Aber der Mensch ist ja auch noch da, das heißt knurrt mein nachrangiger Leithund, dann gehe ich als mittlerer Bindehund hin und hole den 3. vorrangigen Bindehund ab. Man muss ja nicht den nachrangigen Leithund mit allem alleine lassen, der Mensch hat diese Unordnung geschaffen, also unterstützt man diesen Hund. Aber nicht zu viel, sonst demoralisiert man ihn.
Fingerspitzengefühl und beobachten, jedes Tier zeigt ganz deutlich, wo der Mensch helfen kann.
Später macht das alles der 3. nachrangige Bindehund, sollte sich der 3. vorrangige Bindehund tatsächlich nochmals dahin bewegen, dann ist dieser Hund einfach erziehungsresistent.
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Würde ein stellungsstarker nachrangiger Leithund Begegnungen mit
stellungsschwachen 2. nachrangige Bindehund, mittlerer Bindehund, 3. vorrangiger
Bindehund und 2. vorrangiger Bindehund zulassen oder würde er auch versuchen, diese Hunde durch knurren auf Distanz zu halten?
Er würde erst mal versuchen denen aus dem Weg zu gehen, also wie eine Salzsäule stehen bleiben und durch Fixierung die Tiere beeinflussen, dass sie sich ihm nicht nähern. Erst wenn keinerlei Verständnis mehr bei den anderen Hunden vorhanden ist, dann sollte man als Halter sich gleich als 3. nachrangiger Bindehund vor seinen stellungsstarken nachrangigen Leithund stellen, weil das geht nie gut aus. Stellungsstarke Leithunde ob Vorrang oder Nachrang sind überhaupt nicht erpicht darauf sich körperlich selbst auseinanderzusetzen. Würde es selbst nie so weit kommen lassen. Das geht immer für die stellungsschwachen Fremdhunde schlecht aus und dann ist der eigene Hund der Böse. Stellungsstarke Hunde egal welcher Stellung, haben grundsätzlich eine sehr hohe Sperre der körperlichen Auseinandersetzung. Machen nur stellungsschwache oder stellungslose Hunde.
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Wenn sich ein nachrangiger Leithund und ein 3. nachrangiger Bindehund
verknüpft haben und einer der beiden vorzeitig stirbt, ist der andere in der Lage,
nochmals eine so tiefe Bindung zu einem neuen Hund einzugehen? Und wenn nicht,
wie kommt er dann klar, wenn er z.B. erst 5 Jahre als ist?
Habe noch nicht erlebt, dass es im Anschluss so klappt, dass man es als wieder perfekt einstufen kann. Aber denke eher, es lag an mir, weil ich nicht lange auf die Suche gegangen bin. Denke eher heute, nach den Beobachtungen an den nachrangigen Leithunden die häufig mit unterschiedlichen Hunden im Rudel laufen, die Hunde sind dermaßen wählerisch anschließend, dass es einfach nur schwer ist. Man müsste sie alleine auf die Suche schicken.
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