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Thema: Wenn der V2 stehen bleibt
Datum: 15.04.12 – 17.04.1012

User 17 hat einen V2 und fragt nach, wie der V2 vom Halter beim Wahrnehmen von Außenreizen behandelt werden sollte.
Ziel ist es, den V2 als VLH zu führen mit dessen Kompetenz.
Dabei stellt sich die Frage, was der V2 vom VLH erwarten würde.

Antworten:

Dreamcatcher
Ich versuchs mal ein wenig zu beschreiben. ich bin zwar kein guter V2, aber:
Sehe ich einen Außenreiz, bleibe ich stehen und gucke in die Richtung. In der Anfangszeit war es so, dass Rammar zu mir kam und sich neben mich stellte, um zu gucken was ich da sah.
Ich würde daher zum V2 hingehen, mich neben ihn stellen, groß machen, den Reiz bewerten, V2 aber sagen, was ich empfinde und das Weitergehen einleiten- selbstbewusst führen, ihn "mitziehen" und darauf achten, dass er die vordere Schranke einhält. Als V2 muss ich das auch. Sonst werde ich von Rammar ausgebremst, hab ich mal getestet, ich wäre fast über ihn drüber gefallen.

Dreamcatcher
Und heute ist es meistens so, dass er "nur" gucken kommt, ohne Aufbauen und schneller dafür sorgt, dass ich mitkomme, sehr stark nach vorne anzieht.

Dreamcatcher
Ich würds so machen- hingehen, aufbauen und dann selbstbewusst das weitergehen einleiten, Timmy mit einem selbstbewussten, raumgreifenden Gang "mitziehen".


Gloria
Zitat von Dreamcatcher:
„Sonst werde ich von Rammar ausgebremst
hab ich mal getestet, ich wäre fast über ihn drüber gefallen.“
GANZ OT, aber muss das jetzt schnell los werden. Tat ja mein VLH schon sehr oft bei mir. Dachte immer nur: Was ein Holzkopf, jetzt wäre ich beinahe wieder über ihn geflogen. Da wusste ich ja noch nix über seine Stellung.

Dreamcatcher

Antwort auf die Frage, was mit „Ziehen“ genau gemeint ist, ein Leinenzug, ein Geistiges Ziehen?
Schwierig für die Halterin ist auch das „Bewerten“. Soll sie etwas laut sagen? Oft weiß sie nicht, was den Hund beschäftigt, was der Reiz war, der ihn zum stehen bleiben bringt.

Damit meine ich "körperliches Ziehen". ich werd mal ein Video davon machen. Manchmal guckt mich Rammar auch an und dann in die Richtung, in die er gehen will. Dabei legt er ein flottes Tempo vor.
Rammar arbeitet mit viel Ausstrahlung und Selbstbewusstsein. Der nimmt extrem viel Raum ein.
An der Leine würde ich V2 nicht weiterziehen! Die Leine hat damit nichts zu tun. Dann lieber hingehen, aufbauen
(Körperspannung), in die Richtung gucken, in die der Hund guckt und dann selbstbewusst das weitergehen einleiten.

Dreamcatcher
Stell Dir vor, Du bist Cleopatra. Geh so selbstbewusst wie sie!!!

Gloria Birgit ich übe das grad mit meiner N2. Sie rennt ja schnell zur Tür und verbellt mal irgendwas da draussen Ok, jetzt geh ich neben sie und kuck mit, sag was wie: Ach ja, ich habs gesehen, oder das ist schon wieder weg brauchst nicht mehr motzen und ich geh auch raus mit ihr in den Garten wenn sie motzt und schau da auch mit. Es scheint sie schneller zu "beruhigen" wenn ich mit ihr rede.Vorher schickte ich sie ja nur wieder rein.
Das lernen tut gut, denn man kann soviel "verbessern" wenn man es gut umsetzt.Ich bin froh über jeden millimeter Fortschritt. Und der Weg ist noch sooooooooo lange.

User 18
Gibt den Tipp, dem Hund leicht anzustupsen, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen und dann mit aufrechter Haltung stramm loszulaufen.

Sanne
Also ich mach es bei meinem V2 so:
Wenn er irgendwo interessiert schnüffelt, gehe ich hin, stelle mich neben ihn und bücke mich runter.
Ich schnüffele nicht wirklich an der Stelle, aber ich schau sie mir mit meinen Augen schon interessiert an. Irgendwann entscheide ich dann dass wir weitergehen und drehe ganz bewusst Oberkörper und Schultern weg von der Stelle und gehe selbstbewusst in meine Richtung weiter.
In der Regel agiert er dann faszinierenderweise parallel zu mir. Sprich er merkt schon an der kleinsten Bewegung, wir gehen jetzt weiter und dreht dann gleichzeitig mit mir ab.
Das mache ich allerdings oft wenn er einfach so schnüffelt, er ist normalerweise nicht der Typ, der sich intensiv irgendwo fest schnüffelt.

Bei anderen Begegnungen mache ich es so:
Heute z.B. hörten wir einen Hund bellen und er reagierte ein wenig aufgeregt, wollte hin etc.
Ich ging zu ihm, stand kurz nur da, dann sah ich ihn an und sagte sehr deutlich "nicht dein Job". Dann schickte ich ihn hinter mich und ging aufgerichtet, ruhig und selbstbewusst vor ihm.
Ich bog dann in die dem Hundegebell entgegen gesetzte Richtung ab (da wir sowieso dort lang wollten) und er durfte schließlich wieder vorgehen.
Das akzeptierte er recht gut, wobei man dazu sagen muss dass wir auf einem engen Trampelpfad unterwegs waren und er zudem auch an der Schleppleine war.