Der Verständigungsschlüssel zum Hund für Züchter, Trainer und Hundehalter

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27 Feb 2017
Unter "Verein", Unterpunkt "Verein aktuell" finden Sie alle Informationen, die Ihnen einen Ausblick auf unsere Arbeit und unter "RS aktuell" unsere Schwierigkeiten geben. Unser Verein ist nicht vertreten bei Facebook oder Twitter. Wir leben mit diesen Auswirkungen vom Start an. Wir halten uns nur hier auf dieser Homepage auf. Betreiben keinerlei Werbung. 6 Jahre Erfahrungen sammeln müssen mit der real existierenden Hundewelt hilft hier eine gesunde Distanz aufzubauen. Wir bieten den Menschen eine interessante Sichtweise auf den Hund, aus Sicht des Hundes, zur Vermeidung von Mißverständnissen und zum Wohl des einzelnen Hundes. Wir tolerieren jede existierende Struktur für Halter. Wir tolerieren jede andere wissenschaftliche Sichtweise. Wir halten uns an die Gesetze. Alle Schulmethoden sind notwendig für die Masse an Hundehalter.
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THEMA: Team-life : Leben und Lernen mit einem Nachrangteam

Team-life : Leben und Lernen mit einem Nachrangteam 4 Wochen 13 Minuten her #359681

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Ich möchte in diesem Tagebuch ein bisschen über unser Leben mit unserem Nachrangteam berichten.
Bisher gibt es aus verschiedenen Gründen recht wenige öffentliche Tagebücher. Ich denke aber, es gibt eine Menge zu berichten und zu lernen, einfach wenn man ein bisschen hinhört, hinschaut und reflektiert. Ich hoffe, die Schilderungen hier können dem ein oder anderen ein bisschen was mit auf den Weg geben und bitte um einen höflichen Umgang und gerne auch Austausch.
Der Anfang wird leider etwas länger, aber unsere Vorgeschichte gehört ja nunmal einfach dazu….

Unser Werdegang:
Im Jahr 2009 zog unser Mischling Lucky im Alter von knappen 4 Monaten bei uns ein. Wir hatten bereits etwas Hundeerfahrung und hatten uns dieses mal bewusst für einen ganz ruhigen und zurückhaltenden Hund entschieden.
Mit ihm haben wir das gängige Programm durchgezogen mit dem Ziel, einen mit Artgenossen gut verträglichen und gelassenen Hund zu haben, der mit allen Alltagsreizen gut umgehen kann. So folgten Welpenspielstunde, Fußgängerzone und Kindergewöhnung, sowie Gewöhnung an Pferde, Kühe, Schafe, Katzen und Autofahren. Später dann Junghundegruppe und einige sportliche Aktivitäten wie Dummytraining und Agility.
Alleine bleiben war für ihn nie ein Problem, er hat nie gejammert oder etwas kaputt gemacht, sich einfach schlafen gelegt und empfing uns bei unserer Rückkehr immer ruhig und gelassen.
Das ein oder andere Verhalten war jedoch etwas merkwürdig und änderte sich trotz all unserer Bemühungen nicht. Nun könnte man natürlich sagen, es mangelte uns einfach an Können oder Durchsetzungskraft. Allerdings waren wir bei einigen wirklich guten Trainern und dennoch blieb auch dort der Erfolg aus. Es gab einfach einige grundlegende Eigenheiten, die in ihm steckten und fest dort verankert waren. Nicht dass es sich nicht prima damit leben ließ. Aber er entsprach damit einfach nicht dem gängigen und unkomplizierten Hund, den wir uns vorgestellt hatten.
Um mal einiges davon zu schildern, so verhielt er sich als Junghund:
Zu Anfang versteckte er sich ständig hinter unseren Beinen, wir mussten ihn schon sehr überreden, diese Zone zu verlassen.
Er brauchte furchtbar lange, ehe er zu anderen Menschen Kontakt aufnahm. Meistens war ihm kein Kontakt lieber, allerdings bellte er sie dann auch sicherheitshalber auf Abstand. Ganz schlimm wurde es, wenn sie ihn ansprachen oder ermunterten. Ihn zu ignorieren war ihm am liebsten. Daran änderten übrigens auch keine Leckereien etwas.
In der Welpenspielstunde (und auch später draußen) spielte er nie mit den anderen Hunden. Er schaute immer sehr interessiert zu, kommentierte auch wilde Raufereien, stürzte sich aber nie ins Getümmel sondern lief höchstens hinterher. Mit einzelnen Hunden ließ er sich ein, aber nie wild.
Im Stall und mit den dortigen Hunden war er auch eher distanziert. Dort hatte er einen „Freund“, mit dem er auch „tobte“, die anderen betrachtete er aber lieber aus der Ferne. Kamen sie doch zu ihm, beschwichtigte er viel und machte sich klein. ( Aus heutiger Sicht denke ich, dass wir mindestens zwei weitere Leithunde dort herum laufen hatten, insofern völlig verständlich, dass er dort auf der Hut war)
Sein Umgang mit anderen Hunden änderte sich mit dem Erwachsenwerden etwas.
Er unterschied weiterhin sehr genau, mit welchem Hund er Kontakt aufnehmen wollte und mit welchem nicht. Bei vielen war er sehr freundlich, bei einigen sah es sehr spannig aus. Seine Akzeptanz gegenüber Hündinnen war natürlich größer, aber auch hier machte er durchaus Unterschiede. Er war dann nicht mehr unterwürfig, sondern ein stolzer, hoch aufgerichteter Kerl, baute sich auf, fixierte auch gerne den anderen (was wir natürlich versuchten, zu unterbinden), grummelte leise, es kam jedoch nie zu ernsthaften Auseinandersetzungen. Es war übrigens völlig egal, ob er angeleint war oder nicht, wo wir waren oder was wir Menschen zu der Situation beitrugen. Er zog irgendwie immer recht stur sein Ding durch.

Sein Umgang mit anderen Menschen wurde auch nicht besser. Er wollte nichts mit ihnen zu tun haben. War jemand auf lange Zeit einfach höflich, ließ ihn in Ruhe und ging auf Annäherungen seinerseits zurückhaltend ein, konnte er diesen Menschen durchaus ins Herz schließen. Andernfalls eben nicht, und seine lautstarken Kommentare dazu blieben.
Unseren Sport , ja, den machte er mit. Einmal holte er den Dummy motiviert, beim zweiten mal schon mit genervtem Ausdruck, beim dritten mal markierte er erstmal die Bäume und Büsche unterwegs. Agility, naja. Schnelle Aktivität war einfach nicht sein Ding, er versuchte eher, mich vom Rennen abzuhalten. Was er allerdings bei allen Stunden gerne machte war, die andere Teilnehmer zu beobachten.
Was wirklich immer bilderbuchartig war, war sein Laufverhalten unterwegs. Er konnte immer unangeleint laufen, jagte nicht, war immer in der Nähe, zu 100% stoppbar, der Rückruf funktionierte, er war nur nicht immer so zügig dabei. Aber er kam ;) .
An das vorher geplante Mitlaufen am Pferd war nicht zu denken, vor diesen Tieren hatte er trotz allem einen Heidenrespekt und wenn ich oben saß war er völlig verzweifelt. So ließen wir das dann, wenn ich reiten wollte ging er in seine sichere Zone (Auto).
Alles in allem war es eigentlich trotz allem ein entspanntes Zusammenleben mit einigen Verhaltensweisen die wir uns zwar nicht erklären aber mit denen wir leben konnten.
Irgendwann hatten wir den Gedanken, ihm einen hündischen Partner zur Seite zu stellen. Da war er dann bereits 5 Jahre alt. Wir wollten sicher gehen, dass es zuhause passen und klappen würde und uns war bewusst, dass ein Zusammenleben zuhause nochmal eine ganz andere Nummer wäre, als ein Flirt oder eine Balgerei unterwegs. Der Hund musste einfach der Richtige sein, nur wie finden?
Zur gleichen Zeit hatte ich ein Seminar bei einer Trainerin besucht, auf dem ich erstmalig von RS hörte. Es erschien mir so logisch. Einfach diese Grundannahme, dass einige grundlegende Eigenschaften dem Hund in die Wiege gelegt werden und dort unveränderbar sind und bleiben. Und eben genau die Erklärung dafür, warum es mit dem einen Hund harmoniert und mit dem anderen nicht. Fernab von Größe, Geschlecht, Aussehen oder Geruch. Und es schien mir der Schlüssel dazu, wie ich diesen einen passenden Hund für ihn finden konnte.
Wir meldeten uns also zum Workshop an und erhielten ein sehr eindeutiges Ergebnis, Lucky ist ein Nachrangleithund.
Mit einem Schlag erklärte sich uns so viel und wir lernten im Laufe der nächsten Zeit mehr über ihn, als in den 5 Jahren davor. Mit einem mal sahen wir ihn als einen ernsten Partner, und lernten auch viel darüber, was wir als Mensch an uns ändern mussten, um zu ihm durchzudringen und von ihm ernst genommen zu werden.
Und welche Fehler wir einfach anfangs gemacht hatten, wie wenig wir ihm die Welt wirklich erklärt haben und wie ungeschickt es war, ihn aus seiner ihm eigentlich mitgegebenen, ruhigen hinteren Position nach vorne zu holen.
Wir fingen also nochmal von vorne an, ließen ihm und uns Zeit, entschleunigten. Wir beobachteten viel ganz ruhig und hatten das Gefühl, dass er so manches erst jetzt richtig verarbeiten konnte. Nicht die hündischen Angelegenheiten, da kannte er sich bestens aus. Aber diese ganzen "Menschendinge", angefangen von lärmenden Kindern über laute Gerätschaften oder Hutträger. Die er zwar vorher gesehen, aber mangels Erklärungen dazu nie verstanden hatte.
Ich hatte das Gefühl, so wie wir ihn sah er uns auch mit anderen Augen an. Wir nahmen uns ab sofort gegenseitig ernst.

Im Oktober 2014 war es dann soweit – wir stellten ihm die damals 3 Monate alte Alma N3 vor. Ein Hütehund, unheimlich klug, schnell, klar und mutig.
Sie fanden sich wirklich auf Anhieb gut. Es gab ein sehr interessiertes aber vorsichtiges annähern und Raum lassen, sie signalisierten beide, dass sie sich gut finden und dass es passen könnte. Also zog Alma bei uns ein.

Hier ein kleiner Einblick in die ersten Tage:





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Team-life : Leben und Lernen mit einem Nachrangteam 3 Wochen 4 Tage her #359840

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Unterhält man sich mit älteren Menschen vom Land über Hunde wird man von ihnen immer hören, dass sie schon immer rechtzeitig bevor der alte Hofhund das zeitliche gesegnet hat, den neuen Hund auf den Hof geholt haben. Der alte Hund hat dann dem neuen Hund die Regeln erklärt und alles für das Hofleben nötige beigebracht. Und so ähnlich lief es auch bei uns ab, nur dass es keine Frage des Alters war.

Ruhe und Ordnung
Die Filmausschnitte oben zeigen die lebhaften Minuten des Tages.
Ansonsten, und das wurde gleich zu Beginn klar, herrschte viel Ruhe und der Leithund sorgte von Anfang an dafür. Er bestimmte sofort, wann und wo geschlafen wurde oder wann action angesagt war. Wenn Alma nicht gleich auf seine ermahnenden Blicke reagierte, wurde er kurz laut und sie lenkte ein. So manches mal wurde uns bewusst, das wir als Menschen es niemals geschafft hätten, so strikt und klar für Ordnung und Ruhe zu sorgen.
Denn, das wurde uns auch klar, so ein Bindehund ist einfach anders gestrickt als ein Leithund. Sie wäre wuselig gewesen, wenn man sie gelassen hätte. Sie hat alles hinterfragt und erst Ruhe gegeben, wenn der Leithund eine klare Antwort gegeben hat. Wo der Mensch zum Nachgeben geneigt gewesen wäre, hat der Leithund seine Vorgaben durchgezogen. So ruhig wie möglich, so streng wie nötig.
Einige seiner Grundregeln waren z.B. absolute Ruhe beim Füttern, kein Drängeln beim Raus- und Reingehen, kein Herumwuseln zwischen Menschenbeinen, Benutzung bestimmter Liegeplätze (aber niemals die des Leithundes), kein Zerstören von Menschensachen. Wir hatten nicht ein einziges mal zerstörte Latschen oder angekaute Stuhlbeine.
So hat er uns praktisch die Arbeit abgenommen, die in einem Einhundhaushalt der Mensch gehabt hätte - Hausregeln beibringen.

Futter
Mit dem Futter haben wir es so gehandhabt, dass wir das Hauptfutter mit diversen Zusätzen zugeteilt haben. So bekam jeder das, was für ihn wichtig war und beide Hunde fressen seither mit Ruhe und Bedacht, jeder in seiner Ecke.
Darüber hinaus gab es natürlich Kauteile und Möhren, an das Thema haben wir uns langsam heran getastet. Ich war mir nicht sicher, ob unser Lucky NLH dieses Thema souverän und mit Bedacht angehen würde, daher sind wir vorsichtig gestartet und haben zunächst nur mit den weniger attraktiven Möhren angefangen. Später sind wir auf die tolleren Kauteile umgestiegen und das war dann gar kein Problem mehr.
Jedenfalls wurde mit beidem so einiges geübt, das war klar und deutlich zu erkennen. Es war nicht so, dass der erwachsene Hund sich alles unter den Nagel gerissen hat, sondern er hat sich damit die Disziplin des jungen Hundes erarbeitet , dabei eine Ausdauer und Selbstdisziplin an den Tag gelegt, die ich ihm vorher gar nicht zugetraut hätte.
Wie so etwas aussieht: Meist hat er zunächst Alma ein Teil in Ruhe fressen lassen, mit seinem aber noch gewartet. Zum Teil hat er die Teile aufgenommen und mit in sein Körbchen genommen, dort langsam verputzt oder einfach nur neben sich gelegt und Alma eine Weile zusehen lassen. Wie man in den Filmen oben schon sehen konnte, ist es unheimlich schwer für sie, das ruhig und nicht bellend zu ertragen. Daran wurde nun also gearbeitet und es war oft (und ist es teilweise heute noch immer) mit viel Lautstärke verbunden. Dann stand er nach einer Weile auf und sie durfte es haben. Oder er stand auf und sie durfte trotzdem nicht ran gehen, es hatte es mit einem Tabu belegt. Da wurden die Vorgaben und Nuancen immer feiner mit der Zeit. Über diese Kauteile wurde kurz gesagt also abwarten, Verbot akzeptieren, Geduld, angefordertes Abgaben und Respekt geübt.

Menschen
Natürlich gehören wir Menschen zum Team dazu. Um es mal ganz sachlich auszudrücken - wir sind zuständig für die Grundversorgung und die Sicherheit, darüber hinaus auch ein wichtiger Sozialpartner.
Während also die Hunde sich aufeinander einspielten war es genauso Teil unseres Tages, uns zusammen zu setzen, zu reden, Ohren zu kraulen oder einfach nur Körperkontakt zu ermöglichen und still zu dösen. Oder den jungen Hund an Körper- und Fellpflege zu gewöhnen.
Auch hier war Lucky NLH ein guter Garant für das richtige Maß, die richtige Energie in diesen Aktionen. Sobald Alma aufdrehte dabei, war er zur Stelle, runzelte die Stirn, grummelte hin und wieder und sah alle streng an. Mehr war gar nicht nötig, um die Situation entweder wieder in die richtige Bahn zu lenken oder aufzulösen.

Draußen
Die erste Zeit haben wir nur im Garten verbracht. Die beiden brauchten einfach diese Anfangszeit für sich, ohne störende Reize von außen. Nach einer Weile zeigte Lucky NLH dann klar an, dass es nun an der Zeit war, raus zu gehen. Und so erweiterten wir nach und nach unseren Kreis.
Zunächst fuhren wir zu einer ruhig gelegenen Wiese, wo dann das bisherige Gartenprogramm auf die große Fläche ausgedehnt wurde. Gemeinsam wurden Spuren untersucht und Mauselöcher begutachtet, andere Lebewesen beobachtet, vorschicken, stoppen und zurückholen geübt.
Nach und nach fingen wir auch an, von Zuhause aus durch Wohngebiete und an Straßen entlang zu laufen. Das alles war aber für Alma nie ein Problem, sie ist sehr gelassen mit all diesen Reizen, war es von Anfang an. Einzig mit schneller fahrenden Autos hatten wir kurz dieses typische Hütehundverhalten, diese Versuche, sie zu stoppen. Zweimal musste ich dann kurz dazwischen fahren, habe unter Einbezug von Lucky ganz klar gesagt, dass das nicht geht. Danach war auch dieses Thema wirklich abgehakt.
Und auch ich musste hier einiges dazu lernen. Man muss ja seinen Weg finden, wie man nun mit 2 Hunden auf der Straße oder wenns mal enger wird zurecht kommt. Wichtig war, wie immer mit den Hunden, klar zu sein, eine Entscheidung zu treffen, zu kommunizieren und dementsprechend zu handeln.

Und hier noch ein kleines abschließendes Beispiel, wie so ein Zeigen und Herantasten an für den Welpen neue Themen vom Leithund gehandhabt wird - Alma's erster Schnee :



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Team-life : Leben und Lernen mit einem Nachrangteam 3 Wochen 22 Stunden her #360065

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Oben hatte ich geschrieben: „…sachlich gesagt…“: Um es mal weniger sachlich auszudrücken: Diese Kleine hat unsere Herzen im Sturm erobert. Und hätte Lucky NLH darüber nicht sorgfältig gewacht, dann hätte sie uns blitzschnell komplett um die Pfote gewickelt ;)

Hier habe ich jetzt mal zwei Filme zum Thema Kauteile. Im ersten Film wacht der Leithund über beide, dementsprechend ackert Alma, doch eines bekommen zu können. Im zweiten dann hat er ihr eins abgetreten:



Draußen im ersten Herbst und Winter:





Der Unfall
Knappe 4 Monate nach Almas Einzug, es war eisig kalt draußen, unterlief Lucky im Trab über eine Wiese ein Fehltritt in ein Loch und er verletzte sich. Es folgte wochenlange tierärztliche Behandlung, absolute Schonung und später dann Physiotherapie. Eine schwere Zeit für uns.
Allerdings steuerte er trotz allem Alma gewissenhaft an und sie nutzte seine Schwäche nicht aus, um aufzudrehen oder sich Frechheiten zu erlauben. Sie beschäftigte sich viel einfach um ihn herum, war stundenlang im Garten mit allem was dort im Frühling kreuchte und fleuchte beschäftigt.
Und während die tierärztliche Behandlung nicht gerade zu einer Verbesserung Lucky’s Verhältnisses zu Tierärzten im Allgemeinen beitrug, schaffte es später eine wirklich tolle Physiotherapeutin, ihn wieder auf die Beine zu stellen.
Um ihre Leistung mal kurz darzustellen: Lucky NLH war dermaßen bedient von Behandlungen, dass er beim Tierarzt wirklich aus dem Auto gezerrt werden musste, Behandlung war nur mit Maulkorb und gutem Sichern möglich.
Beim ersten Besuch der Therapeutin kollabierte er fast vor Streßhecheln, während wir den Anamnesebogen durchgingen. Zum krönenden Abschluß setzte er einen Haufen mitten in den Raum und demonstrierte damit klar und deutlich, was er von weiteren Behandlungen hielt.
Sie ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen, den mitgebrachten Maulkorb lehnte sie dankend ab. Sie bräuchte einen Hund, der ihr vertraue, sagte sie. Wir sollten ihn lassen, er hatte alle Zeit der Welt und durfte sich frei bewegen, bis er schließlich Kontakt zu ihr aufnahm. In zwei Sitzungen hatte sie es ohne jeglichen Druck geschafft, dass er sich zu ihr auf die Matte legte und sie ihn im Schulterbereich behandeln konnte. Nach und nach wurde das auf den restlichen Körper ausgedehnt. Nie mit Druck, die Devise war immer „alles kann, nichts muss“. Und so ging es Schritt für Schritt weiter, heute ist sie eine seiner besten Freundinnen.
Auch Alma schloss Bekanntschaft und Freundschaft mit der Therapeutin. Sie von Anfang an solche Behandlungen zu gewöhnen war eine gute Entscheidung, im übrigen gab und gibt es bei so einem schlaksigen Hund auch fast immer was zu tun ;) Die ersten male war sie gemeinsam mit Lucky im Behandlungszimmer, später dann allein.
Beide Hunde können es heute kaum erwarten, sich dort auf die Matte zu schmeissen, sich ein bisschen füttern und dabei durchkneten zu lassen. :)
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Team-life : Leben und Lernen mit einem Nachrangteam 5 Tage 23 Stunden her #360851

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Ausflüge
Darauf wollte ich noch einmal eingehen.
Ganz allgemein empfehlen wir ja, die erste Zeit einer Vergesellschaftung möglichst die Hunde nur in den Garten zu lassen oder in reizarme Gegenden zu gehen, und daran habe auch ich mich gehalten.
Wozu das Ganze? Die Hunde sollten einfach genug Raum und Möglichkeit haben, sich aufeinander einzuspielen. Dazu gehört z.B. dass auch über weitere Entfernungen hinweg geübt wird, sich anzusteuern, heran zu holen oder ggf. auch vor zu schicken. Das ist viel Arbeit für die Hunde und wie bei uns Menschen auch, wird dort zunächst mit einfachen Dingen angefangen, die dann immer schwieriger werden bzw. immer feiner. In dieser Phase sind daher wenige Reize von außen einfach mehr . Stimmt die Basis, dann kann auch bei größerem Reiz der Bindehund verlässlich gestoppt oder zurück geholt werden.
Wie so etwas dann draußen aussieht hatte ich vor einiger Zeit bereits einmal mit ein paar Filmen zeigen können. Ich setze hier einen davon noch einmal hierzu, weil er eigentlich sehr schön zeigt, was mit diesem Ansteuern auf Distanz eigentlich gemeint ist.



Oder hier:



Man kann sich ja vorstellen, dass solche Übungen gerade in der Anfangszeit eine ungeheure Konzentration erfordern. Und wie sehr da andere Reize, wie z.B. andere Hunde oder eine belebte Umgebung, stören würden. Daher sorgte ich zwar anfangs für diese ungestörte Umgebung, nach und nach aber veränderten wir unsere Strecken und Laufrouten, liefen auch durch Straßenverkehr und begegneten anderen Menschen und auch Hunden. Aber wie ich weiter oben schon geschrieben hatte, das war alles recht unkompliziert.
Das schwierigste war für mich, ein gutes Handling mit zwei Hunden zu finden, die optimale Laufformation an den Straßen der wenn es enger wird, aber auch das habe ich hin bekommen ;)
Und als nachhaltigen Erfolg für diese lange Anlaufzeit habe ich heute ein Team, in dem der Leithund den Bindehund (fast) jederzeit stoppen, schicken oder heran holen kann (auch hier gibt es natürlich Ausnahmen, je nach Tagesform, Konzentration etc.).
Gerade vor ein paar Tagen hatte ich z.B. so eine Situation, es war schon fast dunkel, da sah ich in der Ferne am Waldrand zwei Hundehalter mit ihren Hunden spazieren. Lucky NLH hatte sie schon länger bemerkt und es war klar, wir lassen sie einfach vorüber ziehen. Alma N3 war noch sehr vertieft in eine Schnüffelei, hob den Kopf, sah die Bewegung und wollte los schießen. Da stoppte sie quasi im Flug (ich hatte noch gar nichts gesagt), ich sah auf Lucky NLH und der hatte sie völlig stumm und unmerklich auf dem Schirm und gestoppt.

Hundebegegnungen
Hier konnte ich die Erfahrung machen, dass sie auch zu Zweit idR gerne Ausweichmöglichkeiten annehmen.
Während Lucky NLH nach wie vor in Ruhe andere Hunde auf Distanz bewertet, hat Alma N3 meist nur einen kurzen Blick für sie übrig, beschäftigt sich dann mit anderen Dingen, ist aber auf Abruf bereit. Es ist für beide Hunde einfach klar, dass wir unterwegs draußen nicht auf ein passendes Team treffen werden und daher für uns bleiben.
Die meisten Fremdhunde beobachten uns, möchten dann aber auch nicht näher zu uns aufschließen.
Und wenn es dann doch mal Kontakt gibt, meist mit alten Bekannten, dann idR nur eine kurze Begrüßung und danach geht jeder wieder seine Wege weiter. Es gibt einige Hundedamen, mit denen Lucky NLH nach wie vor gerne flirtet und Alma N3 (die meistens schimpft) sich dann zurückhalten muss.
Hin und wieder passiert es uns, dass frei laufende Hunde (meist kleine und fast immer ziemlich freche Hunde) zu uns schießen und uns anbellen. Das sind dann die Momente, in denen Alma N3 zum Einsatz kommt und sie schnell und bestimmt weg schickt, während Lucky NLH gar nicht körperlich in Aktion treten muss.
Alles in allem bin ich da sehr zufrieden, wie die Beiden das handhaben.

Urlaub
Im ersten gemeinsamen Sommer dann sind wir ans Meer gefahren.
Und während Lucky NLH im Urlaub immer erst einen Tag braucht ehe er wirklich angekommen ist und zur Ruhe kommt, ist Alma N3 sofort zuhause, so auch hier. Wo ihr Körbchen steht da wohnt sie, scheint ihre Devise zu sein. Überhaupt ist sie ein äußerst pragmatischer Hund, sie nimmt einfach wirklich alles so, wie es kommt.
Hier sind wir also am Wasser, Alma N3 das erste mal in ihrem Leben:



So sieht es bis heute immer nur am ersten Tag am Wasser aus.

Und hier im Urlaub unterwegs:

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Deine Videos sind super :)
Gerade das " Platz&Bleib & das mit dem Kauteil.

Wenn N3 so einen "Alarm" machen würde, würde NLH ihr gleich paar Töne sage. Ich denke, dass er nie teilen wird :unsure:

Wie lange hat das bei euch gebraucht?

Mittlerweile schlingt Django sein Futter ( vor Einzug ruhiger Fresser )

Herzliche Grüße

Finde deine Hunde wundervoll
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Django -NLH - Rotti 07.2013
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Also das mit dem Futter habe ich von Anfang an so gemacht, dass das Hauptfutter getrennt gefressen wurde. Ich habe das gesagt und die ersten Wochen eine kleine optische Barriere zur Hilfe genommen (da reichte ein Gitter in der Tür). So konnten beide ruhig fressen. Ich wäre mir bei Lucky Nlh auch nicht sicher gewesen, ob er sonst nicht geschlungen hätte.
Bei den Kauteilen kam es immer auf den Wert für Nlh an, wie er damit umgegangen ist. Manches hat er gleich und selbst gefuttert , mit manchen konnte er auch abwarten und arbeiten.
Die allererste Zeit , ich denke das waren einige Wochen am Anfang, konnte er das zb nur mit Möhren.
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