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THEMA: Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf?

Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? 5 Jahre 4 Monate her #133902

  • Kromfohrländer
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Ich hab da mal ne Frage,

das Thema Rudelstellung faziniert mich seit einiger Zeit, und ich "ziehe mir so ziemlich alles rein" was es an Fachliteratur gibt. Nun bin ich hier im Forum fleißig am Lesen und seit Tagen beschäftigt mich die Frage: Ist ein Hund zwangsläufig "unglücklich" wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? Nun wie komme ich darauf. Mein Leben wird durch meine Kromfohrländer Hündin täglich bereichert. Ich hatte und habe bis jetzt eigentlich keine Probleme im Zusammenleben mit meinem Hund. In meiner menschlichen Wahrnehmung ist sie bei Spaziergängen eigentlich immer entspannt, läuft zeitweise hinter mir auch mal vor mir, je nachdem wo wir unterwegs sind. Auch an der Leine gibt es keine Probleme. Bei höflichen Hundebegegnungen entscheidet sie selbst souverän ob sie Kontakt möchte oder nicht. Ist sie an der Leine und ich habe den Eindruck sie legt keinen Wert auf Bekanntschaft, dann mache ich, wenn möglich, einen Bogen. Zuhause liegt sie am liebsten mit Bauch nach oben in ihrem Körbchen und schläft. Sie ist wachsam, aber meiner Meinung nach nicht übertrieben, lässt sich aber auch jederzeit nach Aufforderung "abstellen". Eigentlich kann ich sie überall mitnehmen und sie wirkt auf mich nicht gestresst. Teilweise legt sie sich in der U-Bahn völlig entspannt mitten in den Weg und pennt. Sie passt sich unseren Lebensumständen hervorragend an.
Aloha ist meine Zuchthündin und hatte einen Wurf. Wenn ich mir die bald 2-jährigen Welpen ansehe, so sind sie eigentlich nicht verhaltensauffällig und ich kenne von keinem Hund die Rudelstellung. Die Besitzer berichten mir eigentlich nur positives, worüber ich mich sehr freue. Woran liegt das nun? Stellungsgerecht sind sie bestimmt nicht aufgewachsen, das wäre ja schon der Megazufall - oder?!
In den Tagebüchern ist ja vieles zu lesen und über die positven Auswirkungen zum Thema RS. Es ist toll, wie "einfach" oder besser gesagt was für kleine Änderungen an uns Menschen, solche gravierenden positiven Veränderungen bewirken. Das finde ich echt super :thumb: .
Aber gibt es auch einfach Hunde, vielleicht stellungsschwach ?, die zufrieden sind mit dem was sie haben? Klingt vielleicht doof, aber ich weiß auch nicht wie ich es anders sagen soll.
Und nun?
Claudia
Aloha *09 NLH, stellungsschwach

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Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? 5 Jahre 4 Monate her #133903

  • Karosa
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Claudia, das sind nicht die Themen, an denen wir hier arbeiten. Bei Rudelstellungen geht es um so viel mehr als um Glück und Fehlverhalten, wobei die meisten Halter wenig in der Lage sind, überhaupt die Mimik und das Verhalten ihres Hundes zu deuten. Das ist ein trauriges Kapitel der Hundehaltung.

Du schreibst, dass die Hunden den Menschen keine Probleme machen, wie ist es aber umgekehrt?

Ich könnte auch Dich umgekehrt fragen, was ist daran so schlecht oder unglaubwürdig, einem Hund seinen passenden Partner zu geben, mit dem er perfekt kommunzieren kann und der sein Leben garantiert bereichert und ihm Stabilität gibt?

Der Mensch neigt dazu, alles nur aus seiner Perspektive zu sehen und nach seinen Maßstäben zu bewerten. Das ist einfach und ergebnisorientiert - für den Menschen.

Tausche mal die Sichtweisen mit Deinem Hund und denke für ihn - denn hier geht es nur um die Hunde, um unsere Bequemlichkeiten eher nur am Rande. Wenn Du das Glück hast, Deinen Hund einmal auf einem WS mit einem passenden Hund zu erleben, wie Dein Hund sich da verändert, dann hast Du die Antwort.
Liebe Grüße
von Karosa



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Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? 5 Jahre 4 Monate her #133904

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Claudia, vor RS hätte ich Dir ganz klar gesagt, dass ein Hund auch ohne RS glücklich leben kann. Ich selber empfand meinen Hund nie als unglücklich. Ich denke, dass wir es oft jedoch nicht wirklich einschätzen können. Ich denke, dass man einen möglichen Mangel erst dann sehen kann, wenn der eigene Hund mal mit passenden Hunden gelaufen ist und man ihm das gibt, was ihm nach seiner RS entspricht.

Ich denke, dass es auch gut möglich sein kann, dass jemand auch bei der Hundehaltung alles richtig macht. Hat einer einen Leithund und hält ihn "unbewusst" nach der Rudelstellung, sollte der Hund ein glückliches Leben haben können. Wieso auch nicht, wenn all seine natürlichen und stellungsspezifischen Interessen befriedigt werden.
Liebe Grüße
Alex

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Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? 5 Jahre 4 Monate her #133905

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Aleatra schrieb:
Ich denke, dass es auch gut möglich sein kann, dass jemand auch bei der Hundehaltung alles richtig macht. Hat einer einen Leithund und hält ihn "unbewusst" nach der Rudelstellung, sollte der Hund ein glückliches Leben haben können. Wieso auch nicht, wenn all seine natürlichen und stellungsspezifischen Interessen befriedigt werden.


Das schließt aber nicht aus, dass der Hund mit einer passenden Stellung wirklich glücklicher im Sinne von ausgefüllter, sicherer und was sonst noch alles wäre.

Du kannst das Problem Deiner Fragestellung an weiteren Beispielen erkennen:

Ist eine Frau zwangsläufig unglücklich, weil sie keinen Mann findet?
Ist ein Pferd zwangsläufig unglücklich, wenn es nur mit Eseln lebt?

Wenn man einem Lebenwesen für ihn von der Natur vorgegebene Lebensform verweigert, muss es dann zwangsläufig unglücklich sein?

In meine ja, in gewisser Weise schon. Nur wie groß das Unglück ist, hängt noch von weiteren Parametern ab.
Liebe Grüße
von Karosa



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die Meisten Leithunde sind auch als Einzelhunde zufrieden.... jede andere Stellung vielleicht auch? meine kleine N2 wäre sicher auch ein netter Einzelhund :)

unglücklich würde ich hauptsächlich Hunde bezeichnen die in Unstruktur leben müssen oder ständig unpassenden Hundekontakten ausgesetzt sind.

oder vielleicht Hunde die wegen sportlichem Ehrgeiz überfordert werden oder zu Leistungen getrieben werden, die nicht ihrem Naturell entsprechen, unverstanden sind oder ständig Streß ausgesetzt sind....

das was du schreibst über deinen Hund hört sich ja eher nach '"normalem" ruhigen Alltag an. kein Programm von Aufgaben und Bespaßung der Hunde.

lg
Polly V3
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Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? 5 Jahre 4 Monate her #133908

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Karosa schrieb:

Aleatra schrieb:
Ich denke, dass es auch gut möglich sein kann, dass jemand auch bei der Hundehaltung alles richtig macht. Hat einer einen Leithund und hält ihn "unbewusst" nach der Rudelstellung, sollte der Hund ein glückliches Leben haben können. Wieso auch nicht, wenn all seine natürlichen und stellungsspezifischen Interessen befriedigt werden.


Das schließt aber nicht aus, dass der Hund mit einer passenden Stellung wirklich glücklicher im Sinne von ausgefüllter, sicherer und was sonst noch alles wäre.

:thumb:
Polly V3
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Ich glaube, dass man das durchaus mit Menschen vergleichen kann. Es gibt viele Menschen, die mit ihrem Leben, ihrem Umfeld, ihrer Arbeit usw. zufrieden sind. Mehr aber auch nicht. Mal mehr, mal weniger glücklich eben...
Was möglicherweise noch alles in ihnen steckt, wissen viele Menschen gar nicht, weil sie ihr volles Potential gar nicht kennen, geschweige denn ausschöpfen. Welche Möglichkeiten an Glück da im Verborgenen bleiben, ahnen viele auch gar nicht.

Ein Hund, der nicht in seiner Stellung, also voll und ganz, mit passenden Artgenossen zusammen, lebt, kann auch zufrieden sein, denke ich. Mehr oder weniger eben. Aber es steckt noch so viel mehr in ihm, das in Einzelhaltung nie zur Geltung kommt. Fähigkeiten, die regelrecht verkümmern.

Hier in diesem Forum geht es um diese Fähigkeiten, um das volle Potential jeder Stellung uns jedes einzelnen Hundes. Auf einem WS bekommt man auch nur einen Vorgeschmack darauf. Man muss schon selber zuhause auch loslaufen, um RS in Gänze erleben und begreifen zu können.

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Warum stellst Du Dir diese Frage? Suchst Du insgeheim Argmuente, warum Du Dich NICHT mit Rudelstellungen beschäftigen möchtest? ;)
Liebe Grüße
von Karosa



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Karosa,

Du hast recht. Ich kann es allein schon aus dem Grund nicht sagen, weil ich meinen Hund noch nie habe in Stellung laufen sehen. Wir haben erst am Samstag unseren großen Tag :)

Man ließt aber schon einiges, was darauf schließen lässt, dass wir als Menschen nie einen adäquaten Partner oder Rudelmitglied mimen können und dass wohl zum "richtigen" Leben nach RS man um die Aufstockung nicht herum kommt.

Vor allem, wenn man seinen eigenen Hund schon mal arbeiten sehen durfte und sah, wie zufrieden und ausgeglichen der eigene Hund war, wird man offen und bereitwillig für eine Vergesellschaftung sein.
Liebe Grüße
Alex

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  • Karin
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rudelstellungen.eu/wissen

Wichtig:

Der Hund ist in der Lage, über Reparaturmechanismen und Ablenkungsverhalten dem Menschen zu suggerieren, dass die Welt für den Hund nach außen in Ordnung erscheint, weil das offene Zeigen von innerer Schwäche und fortschreitender innerer Zerstörung eine Angriffsfläche für stellungsstarke und strukturierte Hunde bietet.

LG Karin
VLH Ashira (Rhodesian Ridgeback) * 01/2013
Workshop 9.4.2016

unvergessen: VLH- Lea, RR,(17.7.2003-30.5.2015)
PLZ: 482..
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