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THEMA: Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf?

Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? 5 Jahre 2 Monate her #134087

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Kromfohrländer schrieb: Also werde ich weiterschmieden. . . . und ein bisschen weiter philosophieren.



ich finde immer: wenn man nur an sich selber herumschmiedet,
ohne damit auf Kosten anderer Lebewesen zu sein, dann ist alles erlaubt. schmiedet.

Aber es geht um Hunde, die dem Schmied Mensch ja ausgeliefert sind.
Der Hund hat keine Wahl in Menschenhand.

das ist unbequem, aber so ist es.

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Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? 5 Jahre 2 Monate her #134095

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calua schrieb: Welpen aus nicht akzeptablen Würfen, die von Anfang an KEINE Struktur erleben,
sondern die erleben,
wie es nur Kampf und Druck und keine Lösungen gibt unter den Geschwistern,
die
können vielleicht auch als Einzelhund glücklich werden,
weil sie Gemeinschaft nicht kennengelernt haben von Anfang an.
Und gewöhnt sind,
allein zu sein.


Mein Hund kommt aus einem nicht akzeptablen Wurf mit 12 Welpen.
Heute ist er ein gebeamter N2, der bisher (ich glaube) 6 sicher eingeschätzte MBHs kennenlernen durfte. Nur mit einem davon hat er wirklich freudig "interagiert".
Nur bei dem einen MBH, hat sich Elliot N2 wirklich gefreut. Allerdings hat er trotzdem gebeamtes Verhalten gezeigt und war keineswegs bereit sich einfach unter-/einzuordnen. Bei allen anderen merkt man, dass er nicht wirklich Lust hat sich überhaupt auf etwas einzulassen.
Er würde bestimmt lieber alleine mit mir leben, weil es viel bequemer ist als sich jetzt noch in Struktur einzuarbeiten und dem fordernden Druck eines MBHs stand zu halten.

Aber was man will und was man braucht ist nicht immer das gleiche.

Ich habe meinem gebeamten N2 gesagt: "ich weiss Du magst die MBH-Treffen nicht wirklich, aber bemüh Dich! Der MBH kann Dir helfen sich wieder zu erinnern, wie man sich als N2 richtig benimmt. Wir können so viel von ihm lernen.
Wenn Du keine Probleme hättest und richtig zufrieden wärst müssten wir das nicht machen, aber es wird Dir und mir gut tun!"
Meinem Hund fehlt ein MBH, ich kann das einfach nicht ersetzen und das merkt mein N2 und fühlt sich deshalb nicht ausreichend geschützt und geführt in allen Situationen. Er stürzt dann kopflos bellend und knurrend nach vorne und hüpft um die vermeintliche Bedrohung herum und lässt sich dann auch nicht wieder zu mir bitten. Das stresst ihn aber total, weil er da einfach keine Kompetenz dafür hat und mich natürlich auch, weil es meistens Ärger in der Menschenwelt bedeutet.

Soll heissen: mein Hund weiss garnicht was ihm fehlt, aber würde er Struktur annehmen können, bin ich mir sicher, dass es ihm viel besser ginge.

Deshalb bleibe ich dran, auch wenn mein N2 momentan nicht davon begeistert ist.

Da fällt mir noch ein schönes Beispiel ein: psychosomatische Symptome!
beim Menschen wie beim Hund.
Oft werden Menschen krank und keiner kann helfen, dann ändern sich die Lebensumstände und die Menschen werden gesund.
Ich kenne eine Frau, die hatte zwei Jahre lang einen extremen Schwindel. Drei Kliniken sagten: es muss psychosomatisch sein. Die Frau sagte: nein, mir geht es gut! es gibt keinen psychischen Grund. Als die Frau ihren trinkenden Ehemann verliess, war der Schwindel von heute auf morgen weg.
Ebenso beim Hund. Ich weiss nichtmehr wer es hier genau war, aber jmd berichtete von einer Hündin im Doppelbesatz, welche inkontinent war. Man dachte es käme von der Sterilisation. Als der Doppelbesatz getrennt wurde, war die Hündin nichtmehr inkontinent.

Also, auch wenn mein Hund es vielleicht nicht weiss: er ist nicht so glücklich wie er sein könnte!
Elliot N2
(stellungsschwach, gebeamt), Flatdoodle, 66cm, 33 kg, *10.09.2010
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Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? 5 Jahre 2 Monate her #134104

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@Zissy
Du plädierst also dafür auch einen stellungsschwachen Hund, der "nicht begeistert davon ist, sich unterzuordnen", den Begegnungen mit passenden Hunden doch immer wieder auszusetzen?
Würdest du das auch für einen gebeamten V2 tun?
Cooper geb. 04/2010 (RS?)
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Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? 5 Jahre 2 Monate her #134106

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Ella,
ein gebeamter V2, der nicht bereit ist sich unterzuordnen -
der ist keine Freude für seine Halter und überhaupt keine für andere Hunde!

Entweder Mensch hat ein echtes Problem,
oder man findet einen schönen starken VLH der das leisten kann, den V2 wieder einzuordnen.

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Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? 5 Jahre 2 Monate her #134107

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Und wenn er stellungsfähig wäre?
Cooper geb. 04/2010 (RS?)
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Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? 5 Jahre 2 Monate her #134108

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@Ella: ja, definitiv

ich würde meinen Hund nicht zwingen, wenn ich merken würde, es täte ihm nicht gut. Er ist aber hinterher nicht total gestresst und hat auch keinen Durchfall oder so. Ganz im Gegenteil, er ist besser ansprechbar und kooperativer mit mir - wesentlich!
Elliot N2
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Ist ein Hund zwangsläufig unglücklich, wenn er nicht in Rudelstellung leben darf? 5 Jahre 2 Monate her #134124

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Die Krux ist, einem überdurchschnittlich frei denkendem und deshalb gebeamten N2 oder V2 einen Chef vorsetzen, ist erst einmal keinen Spaß. Die Aufgaben des gebeamten Hundes sind aber ebenfalls kein Spaß, sie stressen und überfordern ihn, er neigt zu Übergriffen aus der Überforderung, benötigt Druck vom Halter, all das ist auch kein Spaß.

Wenn es dem Eckhund gelingt, diesen gebeamten Bindehund zu überzeugen, hat der Bindehund ein besseres und angemesseneres Leben, denn der Eckhund wird ihn zurückhalten von den lästigen Übergriffen, wird die Situation durch sein dominantes Auftreten ohne Übergriffe klären. Das alles ist viel besser. Am Ende bekommt der gebeamte Hund auch positive Bestätigung von seinem Eckhund, das ist doch toll, statt immer nur Stress und Druck.

Ein Bindehund sollte niemals als Einzelhund gehalten werden. So sagt es Rudelstellungen. Bei den Bindehunden, die schon lange alleine leben, muss man bei jedem Hund einzeln schauen, ob es noch ein Vorteil für ihn ist, einen Eckhund vorzusetzen. In der Regel aber schon, nur gut passen muss er, darf nicht zu stellungsstark sein, dass er von dem Bindehund zuviel verlangt, was dieser gar nicht mehr leisten kann.

Es ist also von großer Wichtigkeit, einen passenden Eckhund zu finden. Dies geht nicht über das Internet, sondern nur über persönliches Kennenlernen der Hunde, am Besten auf einem Workshop, damit Barbara das sehen und beurteilen kann. Hier sollte man geduldig sein und solange suchen, bis es wirklich passt und die Hunde sich toll finden.

Nimmt man einen passenden Eckhund auf, das ist mir ganz wichtig zu betonen, sollte der Halter seinen Bindehund, seinen Ersthund, seinen Schatz, innerlich loslassen und an den Eckhund abgeben, damit die Hunde ungestört kommunizieren können, ohne dass der Halter dazwischenfunkt (weil er seinen Bindehund zurückruft o.ä.) und damit den Eckhund ins Abseits bringt. Gaaanz wichtig!

Die Zeit, bis man einen passenden Eckhund gefunden hat, sollte man schon einmal dafür nutzen, seinen gebeamten Hund stellungsgerecht zu behandeln, ihm Grenzen aufzuzeigen, damit er schon optimal auf den Eckhund vorbereitet ist.

Kommt solche eine Verbindung zustande, hat der Halter viel weniger Arbeit mit diesen 2 Hunden wie früher mit dem einen Bindehund.
Liebe Grüße
von Karosa



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Ich schließe mich Karosas Beitrag oben an.

zu dem hier:

Ella schrieb: Du plädierst also dafür auch einen stellungsschwachen Hund, der "nicht begeistert davon ist, sich unterzuordnen", den Begegnungen mit passenden Hunden doch immer wieder auszusetzen?
Würdest du das auch für einen gebeamten V2 tun?


sollte man sich immer klar machen,
wie sch..... es für den Eckhund ist,
einen solchen Bindehund zu treffen.

Es geht ja nicht nur um den bindehund, der womöglich dem Menschen viel Arbeit macht,
sondern auch um den Eckhund, der womöglich verheizt wird.

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ich denke das schönste Beispiel für einen grenzenlosen V2 ist doch Goethe.
anfangs war es auch für ihn nicht schön wieder auf seine Position geschubst zu werden.
aber wenn man ihn jetzt mit seinem VLH sieht ist das doch ein Traum!

wer möchte da noch eine V2 allein ohne VLH halten? und behaupten der hund sei zufrieden?!

und auch meine N2 hat sicher nicht immer Herzchen in den Augen, wenn MBH hier was arbeiten möchte. Aber betrachtet man den ganzen Hund, heute und früher dann ist das ein himmerlweiter Unterschied. heute ist sie eine kleine Persönlichkeit, die eine Aufgabe hat. sie beobachtet die Umgebung, sichert, und steht da mit einem ausdruck "schaut her hier sind WIR!"
kein unsicherer Hund, der nicht weiß wohin er am Besten verschwinden soll.

sie wird langsam wieder in ihre ihr angeborene Aufgabe zurück geschoben. sie ist wieder im Lot.

ich vergleiche es gern mit Linkshändern die auf "rechts" umtrainiert wurden.
werden sie im Erwachsenen Alter wieder zurück auf "links" gedreht, schreiben sie keine schöne Schrift, ABER sie fühlen sich besser. weil sie wieder agiereen wie sie geboren worden.

und ich denke SO fühlen sich auch die Hunde. wieder in Ordnung. Ausgefüllt.

lg :)
Polly V3
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konkurenz? und jeder versucht sich das Beste raus zu holen? bei mir schob sich die jüngere N2 mehr zum Mensch und die alte N2 zog sich zurück....
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