Der Verständigungsschlüssel zum Hund für Züchter, Trainer und Hundehalter

User erzählen: Stand: 1 Jahr nach dem Workshop


1. Bauchweh-Baustelle: Selbstbewusstsein

Bauchweh hab ich wegen dieses Themas schon seit Monaten nicht mehr.
Im Leben hätte ich diese Veränderungen an meinem Hund nicht für möglich gehalten!

Je länger und zuverlässiger ich meine NLH sicherte, je geschickter ich dabei wurde, umso besser wurden wir in diesem Jahr auch in dieser Sache als Team. Umso gelassener konnte meine NLH auf Hundesichtungen oder zwangsläufige Begegnungen reagieren.

Ein halbes Jahr habe ich ihr, so gut ich konnte, andere Hunde vom Hals gehalten, bevor sie mir begann zu trauen, bevor wir bei der Sicherung wirklich zum Team wurden.

Inzwischen können wir uns wunderbar verständigen, ob meine NLH Kontakt zu einem Hund möchte oder nicht. In der Regel möchte sie das nicht. Wenn ich sie einen Spaziergang komplett führen lassen kann gehen wir in riesenhaften Bögen um andere Hunde.

Ich bin mir sicher, oft merke ich gar nicht, dass wir gerade einem Hund ausweichen.

Aber die N3s ... !

Für mich unfassbar - unträumbar! was regelmässige Treffen mit dem passenden Hund für meinen Hund bewirkt haben. Mit passenden Hunden konnte meine NLH endlich lernen, wie man überhaupt einem anderen Hund begegnet. Konnte Regeln und Rituale lernen, die sie sicherer machen. Sie lernt immer noch.

Wo früher der Rücken ganz rund wurde, sich die Ohren zurücklegten, die Rute nach ganz unten angelegt nur die Spitze ganz heftig wedelte und dann oft einfach nur kopfloses Gerenne und Unterwerfung mit Vermöbelt werden folgten, stellt sich NLH heute fast immer hin, baut sich stolz und freundlich auf und stellt sich höflich vor.

In der Regel sagen sich die Hunde dann einfach guten Tag. Nase an Nase, dann jeder kurz am Po des anderen schnuppern und dann geht jeder wieder seiner Wege.

Oder andere Hunde machen von selbst einen grossen Bogen um uns!

Oder es kommt vereizelt wieder ein Hund mit offensichtlichen Absichten angeschossen, haut dann plötzlich die Bremse rein und kehrt wieder um.

Oder ein Hund ist meiner NLH unangenehm und sie macht ihm eine klare Ansage. Die der andere in der Regel sogar ernst nimmt. :ohmy: :heart:


2. Bauchweh-Baustelle: Stress

Was soll ich sagen ... alles anders
wenn ich heute nur ein Jahr zurück denke.

Früher nannte ich meinen Hund eine durchgeknallte Rennsemmel :oops:
Heute nenne ich sie gelassen.

Früher nannte ich sie hibbelig und ruhelos.
Inzwischen haben meine Arbeitskollegen meine NLH in Chilli umgetauft, weil sie sagen, sie wäre der gechillteste Hund, den sie kennen.

Übrigens: Entschleunigung ist wirklich uns beiden passiert.

Rumstehen und die Gegend, das Leben um uns herum zu betrachten ist nicht mehr allein eine von NLHs Lieblingsbeschäftigungen. Was für eine wunderschöne Art seine Zeit zu verbringen in hektischen Zeiten!


Die Risiken und Nebenwirkungen ...

... sehe ich inzwischen allein darin, dass fremde Menschen über mich urteilen. Und ein paar Bekannte mich milde belächeln. Ein geringer Preis für das, was ich in diesem Jahr gewonnen habe!

Was meine ursprünglich benannten Nebenwirkungen angeht: Noch nie empfand ich meinen Hund zuverlässiger und kooperativer als jetzt.

Noch vor einem Jahr hielt ich es für notwendig, meinen Hund permanent herumzukommandieren, konnte mir nicht vorstellen, dass es auch ohne Kommandos geht.

Ging es damals auch nicht.

In jeder Situation wieder, immer wieder von vorn, musste ich meiner Hündin stumpfe Befehle geben, die sie ja durchaus direkt ausführte.

Sitzplatzfussausneinstophierzurück ... anstrengend.

Inzwischen stehen wir meiner Meinung nach ganz anders in Verbindung. Durch das Sprechen, das geachtet werden, das geschützt werden. Und je mehr die Bedürfnisse meiner NLH erfüllt sind, desto mehr scheint sie von sich aus an meinen interessiert.

Kommandos haben sich aus unserem Alltag beinahe komplett ausgeschlichen.

Beinahe ausgeschlichen, weil ich immer noch lerne. Mich immer noch selbst strukturiere. Aber ich denke, ich bin auf einem ziemlich guten Weg. :P

Insgesamt hat sich unsere Hund-Mensch-Gemeinschaft noch nie so nach Team angefühlt. Ich kannn mir inzwischen wirklich keine schönere Art mehr vorstellen mit einem Hund zusammen zu leben.